Die Nestlé-Titel verlieren um 9.30 Uhr 6,5 Prozent auf 80,55 Franken, im Tief sind sie sogar leicht unter 80 Franken gefallen. Als rote Laterne zieht das Schwergewicht auch den Leitindex SMI nach unten, der 1,4 Prozent im Minus steht. Zuletzt hatten die defensiven Nestlé-Papiere noch deutlich Boden gut gemacht und sich von der Schwächephase des Vorjahres erholt.

Als möglichen Wermutstropfen machen Analysten die Profitabilität aus. So weist die UBS auf einen Sondereffekt hin, der zur Verbesserung der operativen Marge beigetragen hat: Änderungen im Zusammenhang mit einem Pensionsplan steuerten nämlich 30 Basispunkte bei. Ohne diesen Effekt wäre die Marge also insgesamt um 40 Basispunkte gesunken.

Auch der Ausblick für die Marge präsentiert sich etwas vorsichtiger, neu soll die Marge im zweiten Halbjahr auf einem ähnlichen Niveau wie im ersten liegen und nicht mehr darüber. Dies könne kurzfristig orientierte Aktionäre enttäuschen, vermutet die ZKB.

Dabei meistere Nestlé den Balance-Akt zwischen Wachstumsbeschleunigung und Kostenkontrolle gut, meint Analyst Gian Marco Werro. Dies sieht auch Vontobel-Kollege Jean-Philippe Bertschy so: Die Kosteneinsparungen griffen und der Cashflow verbessere sich materiell, obwohl zugleich auch die Marketingkosten erhöht worden seien. Das zeige, dass Nestlé ins Wachstum investieren und zugleich auf die Profitabilität und den Cashflow achtgeben könne.

Auch das Mengenwachstum findet Anklang, so weist etwa Baader auf einen bemerkenswerten Trend von Quartal zu Quartal hin.

Den Teilverkauf des Wasser-Geschäfts beurteilen Analysten als erfreulich, habe das lange Warten auf Neuigkeiten doch endlich ein Ende. Mit umgerechnet 2,8 Milliarden Franken bewege sich der Erlös im Rahmen der von Experten zuvor genannten Grössenordnung. Dasselbe gelte daher auch für die angekündigten Abschreibungen in Höhe von 1,3 Milliarden Franken.

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(AWP)