Der Konzern prüfe derzeit noch, ob die Zölle von der US-Regierung zurückgefordert würden, sagte der 50-Jährige, der die Konzernführung im vergangenen Herbst übernommen hatte. Eine Produktionsverlagerung stand laut seinen Aussagen aber nicht zur Diskussion. «Wir haben nicht in Erwägung gezogen, deshalb die Nespresso-Produktion aus der Schweiz zu verlagern.» Die Zölle betreffen Nespresso-Kapseln für den US-Markt.

Zu den Zöllen respektive den Handelshemnissen äusserte sich Navratil diplomatisch: Politisch könne man eine Meinung haben, sagte Navratil. Nestlé konzentriere sich jedoch darauf, wie man am besten damit umgehe. «Wir investieren weiter, trotz der Zölle. Wir denken langfristig und orientieren uns an der Marktentwicklung.»

Gleichzeitig treibt Nestlé sein weltweites Sparprogramm voran. Bis Ende 2027 sollen 16'000 Stellen abgebaut werden, darunter rund 12'000 Bürojobs. Laut Navratil ist der Stellenabbau Teil einer Effizienzstrategie, mit der Investitionen in Wachstumsbereiche finanziert werden sollen. Die Schweiz sei dabei nicht überproportional betroffen.

Nestlé fokussiert sich künftig stärker auf vier Kernbereiche: Kaffee, Tierfutter, Ernährung und Gesundheit sowie Food und Snacks. Wachstum bleibe das zentrale Ziel des Konzerns, bekräftige Navratil. Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigte er sich überzeugt, dass Nestlé dank seiner globalen Präsenz widerstandsfähig bleibe.

(AWP)