«Die G7-Staaten haben im vergangenen Jahr 48 Milliarden Dollar an öffentlicher Entwicklungshilfe gekürzt», erklärte Alan Anic, Kampagnen-Beauftragter für internationale Solidarität bei Oxfam France, vor den Medien in Paris.
«Wir fordern klare Verpflichtungen (...), damit die reichen Staaten 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für diese Hilfe bereitstellen», sagte der Vertreter von Oxfam vor dem für den 15. bis 17. Juni stattfindenden Gipfeltreffen am französischen Genferseeufer.
«Wir fordern die G7 ausserdem auf, Schuldenerlasse zu ermöglichen, da die Schuldenlast für viele Länder untragbar ist», appellierte Robin Guittard, stellvertretender Leiter der Advocacy-Abteilung bei CCFD-Terre Solidaire. Diese Krise betreffe 3,4 Milliarden Menschen.
Bei einem Austausch mit Vertretern der Zivilgesellschaft am Mittwochabend im Élysée-Palast führte Präsident Emmanuel Macron den Rückgang der französischen öffentlichen Entwicklungshilfe auf die verschlechterte Lage der öffentlichen Finanzen zurück. Er sei aber auch auf die Haushaltskompromisse zurückzuführen, die durch den Verlust seiner parlamentarischen Mehrheit nach der Auflösung der Nationalversammlung im Jahr 2024 notwendig geworden seien.
Macron sagte, er unterscheide zwischen Staaten, die die Hilfe für die ärmsten Länder aus Haushaltsgründen kürzen, und solchen, die dies aus ideologischen Gründen täten, womit er auf die USA unter Donald Trump anspielte.
(AWP)
