Auch bei Niedrigwasser führe die Binnenschifffahrt aber weiterhin Gütertransporte durch, amtliche Sperrungen durch die Bundeswasserstrassenverwaltung (WSV) gebe es nicht. «Die Schifffahrt fährt, solange es sicher möglich ist», betonte Spiess.
Dennoch bestätigt die WSV Niedrigwasser an zahlreichen Rheinpegeln. Laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) wurde an der Donau in den vergangenen Tagen zudem bereits der niedrigste bisherige Wasserstand gemessen. Der Wasserstand der Elbe lag am Dresdner Pegel am Mittwoch bei 59 Zentimetern - fast 90 Zentimeter unter dem Mittelwert.
Wirtschaftliche Folgen durch Niedrigwasser
Andreas Bartel vom Duisburger Hafen «Duisport» bestätigt die durchs Niedrigwasser entstandenen Probleme für die Schifffahrt. «Die Folge sind geringere Transportmengen pro Schiff und damit steigende Transportkosten entlang der Lieferkette.»
Gleichzeitig führe die reduzierte Auslastung dazu, dass für die gleiche Warenmenge mehr Schiffe eingesetzt werden müssen. «Daher ist bei Niedrigwasser häufig sogar ein höheres Schiffsaufkommen auf dem Rhein zu beobachten als unter normalen Bedingungen», erklärt Bartel. Aktuell zeige sich die Binnenschifffahrt dennoch robust und weiche beispielsweise auf den Schienenverkehr aus.
Bartel betont aber: «Der Klimawandel wird dazu führen, dass Phasen mit Niedrigwasser künftig häufiger auftreten können.»
Wie entwickeln sich die Pegelstände weiter?
Am grundlegenden Bild der Flüsse werde sich erst etwas ändern, wenn es zu ergiebigen Regenfällen im ganzen oder wenigstens in grossen Teilen des Einzugsgebietes der jeweiligen Flüsse kommt, betont Florian Krekel, Fachbereichsleiter Schifffahrt beim WSV.
Dies sei momentan aber nicht absehbar. Verlässliche Vorhersagen für die Wasserstände könnten nicht weiter blicken als die Wettervorhersagen, denn letztlich seien die Wasserstände nur eine Zusammenfassung der Niederschläge im jeweiligen Einzugsgebiet, so Krekel.
Laut der BfG ist in den kommenden Wochen keine nachhaltige Entspannung der Lage zu erwarten./ram/DP/zb
(AWP)
