Die Therapie Pluvicto (Lutetium-177-Vipivotid-Tetraxetan) darf künftig bereits in einem früheren Stadium von fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt werden, der sich auf andere Körperteile ausgebreitet hat und noch auf eine Hormontherapie anspricht. Konkret wird Pluvicto künftig zusammen mit der üblichen Hormonbehandlung eingesetzt, welche das Wachstum des Tumors verlangsamen soll, wie Novartis am Freitagabend nach Börsenschluss mitteilte.
Damit ist Pluvicto den Angaben zufolge in den USA nun für alle Stadien von fortgeschrittenem, PSMA-positivem Prostatakrebs mit Metastasen zugelassen. Laut Novartis verdoppelt sich dadurch nahezu die Zahl der Patienten, die für die Behandlung infrage kommen.
Gezielte Strahlentherapie
Pluvicto gehört zur Gruppe der sogenannten Radioligandentherapien. PSMA wiederum ist ein Eiweiss, das auf der Oberfläche vieler Prostatakrebszellen vorkommt und als Zielstruktur für die Therapie dient.
Dabei bindet der Wirkstoff gezielt an das PSMA-Eiweiss auf den Krebszellen und bringt den radioaktiven Stoff Lutetium-177 direkt zum Tumor. Die Strahlung wirkt dadurch vor allem auf die Krebszellen und schont das umliegende gesunde Gewebe weitgehend. Grundlage der FDA-Zulassung ist die Phase-III-Studie «PSMAddition».
Pluvicto ist in den USA bereits für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs zugelassen, der trotz Hormontherapie weitergewachsen ist. Mit der neuen FDA-Entscheidung kann die Therapie nun bereits früher im Krankheitsverlauf eingesetzt werden. Auch in der Europäischen Union ist Pluvicto bereits für bestimmte Patienten mit dieser fortgeschrittenen Form von Prostatakrebs zugelassen.
(AWP)

