Die beiden Männer wurden iranischen Medienberichten zufolge in der Öffentlichkeit gehängt. Sie seien dort hingerichtet worden, wo die Polizisten ums Leben gekommen waren, berichtete die Nachrichtenagentur Mehr.
Spontane Zusammenstösse mit Sicherheitskräften
In der Nacht hatten die Vorbereitungen für die öffentliche Hinrichtung bereits für einen Aufschrei gesorgt. Videos in sozialen Medien zeigten Menschenmengen vor Ort. Der als Vahid bekannte Netzjournalist berichtete auf Telegram über Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Staatskräfte rückten demnach mit Motorrädern, gepanzerten Fahrzeugen und schweren Waffen rund um den Hinrichtungsort vor. Die Internetverbindung in Isfahan sei gestört gewesen.
In dem umstrittenen Prozess wurden Aktivisten zufolge 14 Männer zum Tode verurteilt. Angehörige versammelten sich aus Sorge vor dem Zentralgefängnis in Isfahan, wie das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA berichtete.
Mindestens 27 Männer nach Protesten hingerichtet
Die iranische Justiz hat mit den neuen Exekutionen nun mindestens 27 Männer im Kontext der Proteste und Unruhen hingerichtet. Die Demonstrationen im Winter waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat liess sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet - der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg wurden Todesurteile gegen mutmassliche Spione und politische Gefangene vollstreckt./mar/DP/jha
(AWP)
