Die aktuelle Vereinbarung habe bereits in der Vergangenheit diverse Fragen aufgeworfen, unter anderem wie viel Kapital die SNB benötige, um sicher operieren zu können, heisst es in einer am Donnerstag publizierten Studie. «Die kurze Antwort lautet, dass eine Zentralbank streng genommen kein Kapital benötigt, um ihre Aufgaben zu erfüllen», so die SNB-Beobachter. Die meisten anderen Zentralbanken hielten deutlich weniger Kapital als 5 Prozent ihrer Vermögenswerte, die SNB derzeit rund 18 Prozent.

Fixer Anteil der Bilanzsumme

Für die Ökonomen erscheint es seltsam, ein grosses Vermögen in einer öffentlichen Institution (der SNB) zu horten und gleichzeitig andere öffentliche Institutionen (das EFD und die kantonalen Finanzministerien) zu zwingen, sich zu verschulden oder Geld von ihren Bürgern einzutreiben. Die Rendite der SNB sei mit jährlich rund 1,9 Prozent seit 2011 eher bescheiden, und dennoch sei bislang nur etwa ein Sechstel dieser Rendite ausgeschüttet worden.

Nun soll das Sytem umgedreht werden und die SNB solle einen vorgegebenen Anteil ihrer Bilanzsumme ausschütten. Damit würden die Ausschüttungen weniger volatil als heute, zudem könnten sie je nach Höhe des noch festzulegenden Anteils höher ausfallen. Auch würden die Ausschüttungen niemals bei null liegen - was in den vergangenen 15 Jahren immerhin dreimal der Fall war. Dennoch würde es der SNB nicht schwer fallen, falls der Anteil nicht zu hoch angesetzt werde, eine positive Kapitalbasis aufrechtzuerhalten.

In einer Simulation mit einer Ausschüttungsquote von nur 0,5 Prozent der Bilanzsumme der SNB kamen die Experten auf eine durchschnittliche Ausschüttung zwischen 2011 und 2025 von 3,8 Milliarden Franken. Tatsächlich hat die Nationalbank gemäss heutiger Praxis in diesem Zeitraum im Durchschnitt 2,2 Miliarden aufgeschüttet. Um eine Quote festzulegen, könnten beispielsweise die Marktzinsen herangezogen werden oder sie könne Gegenstand der periodischen Verhandlungen zwischen dem EFD und der SNB sein, schlagen sie vor.

Im vergangenen Jahr 2025 hat die SNB einen Gewinn von 26,1 Milliarden Franken gemacht und schüttet davon 4 Milliarden an Bund und Kantone aus.

dm/rw

(AWP)