Die Einschätzung von Experten im Überblick:

Ralf Umlauf, Ökonom bei der Landesbank Hessen-Thüringen:

«Im Oktober konnte sich der Stellenzuwachs fortsetzen, aber mit deutlich verringertem Tempo, das hinter der Konsensschätzung zurückgeblieben ist. (...) Alles in allem sollte sich die Fed von den Zahlen nicht unter Handlungsdruck gesetzt sehen. Wir rechnen weiterhin mit einem unveränderten Leitzins im Dezember.»

Christoph Balz und Bernd Weidensteiner, Ökonomen bei der Commerzbank:

«Damit zeigt sich wieder das Bild eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes, wie es bis zu dem letzten Bericht vorherrschte. Zwar ist der Stellenzuwachs weiterhin ordentlich, doch hinterlässt die straffere Geldpolitik mehr und mehr Bremsspuren. (...) Sollte es nicht zu einer bösen Überraschung bei den bis zur Dezember-Sitzung noch anstehenden Inflationsdaten kommen, wird die Fed auch auf der letzten Sitzung im Jahr 2023 die Zinsen nicht erhöhen. Unserer Ansicht nach ist der Zinsgipfel bereits erreicht.»

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank:

«Die guten Zeiten am Arbeitsmarkt dürften sich langsam ihrem Ende nähern. Der Stellenaufbau im September ist zwar in absoluter Betrachtung durchaus noch als solide zu bezeichnen, doch im Detail sind Schwächen zu erkennen. So ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit gesunken. Darüber hinaus wurde der Jobaufbau der vorangegangenen zwei Monate nach unten revidiert. Und die Arbeitslosenquote ist seit Januar immerhin um 0,5 Prozentpunkte gestiegen. Der vermeldete Stellenabbau im Verarbeitenden Gewerbe ist derweil aber dem Streik der Gewerkschaft United Auto Workers zuzuschreiben. Im kommenden Monat dürfte es hier zu Nachholeffekten kommen.»

Matthias Krieger, Ökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg:

«Damit liefert der Arbeitsmarktbericht der US-Notenbank nun ein triftiges Argument, um ihre Geldpolitik auch im Dezember unverändert zu belassen. Auf dieser Basis könnte sich unseres Erachtens durchaus ein rentenpositives Momentum entwickeln, zumal der ISM-Index für den Dienstleistungssektor gemäss unserer Prognose für Oktober eine merkliche Stimmungseintrübung zeigen dürfte.»/jsl/la/he

(AWP)