US-Präsident Donald Trump hat einer zweiwöchigen Feuerpause mit dem Iran zugestimmt und damit eine Eskalation des seit Wochen andauernden Kriegs vorerst abgewendet. Die Einigung kam weniger als zwei Stunden vor Ablauf eines von ihm gesetzten Ultimatums zustande, wie Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social mitteilte. Bedingung für die Waffenruhe ist demnach, dass der Iran seine Blockade der Strasse von Hormus aufhebt. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif, der bei der Vereinbarung vermittelt hatte, lud Delegationen beider Länder für Freitag zu einem Treffen nach Islamabad ein.
Analysten erklärten dazu in ersten Reaktionen:
Thomas Gitzel, Chefökonom VP Bank:
«An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt. Mit der Waffenruhe bleibt vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Der Ölpreis für ein Fass (Barrel) der Nordseesorte Brent fiel über Nacht um 14 Prozent und liegt aktuell bei 94 Dollar. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.
Tatsächlich wären im Falle einer Einigung zwischen den USA und dem Iran die realwirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges überschaubar. Zwar belasten die hohen Energiepreise die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr, doch bei einer Entspannung der Situation könnte der globale Konjunkturverlauf im weiteren Jahresverlauf wieder zu seinem ursprünglichen Pfad zurückkehren. Noch bleibt aber abzuwarten, wie die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien verlaufen werden.»
Alexander Krüger, Chefökonom Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank:
«Die Welt und vor allem der Nahe Osten können erst einmal durchatmen. Kommt die Strasse von Hormus wirklich frei, können alle mit dem Deal leben. Für den Moment ist das Risiko einer schweren Ölkrise deutlich gesunken. Störungen bleiben aber bestehen, da Produktionsanlagen zunächst zu reparieren sind. Bis zur endgültigen Beilegung des Konflikts kann ausserdem noch viel geschehen. »

