Zuvor war der Preis für Rohöl der Sorte Brent drei Handelstage in Folge gefallen, nachdem er in der vergangenen Woche zeitweise auf über 100 Dollar je Barrel gestiegen war. Die USA und der Iran hatten ihre gegenseitigen Angriffe zeitweise gestoppt und damit den Rückgang der Ölpreise ausgelöst.

In der vergangenen Nacht waren aber nach Informationen des US-Nachrichtenportals «Axios» iranische Raketen in Richtung eines US-Stützpunktes in Jordanien geflogen. Alle Geschosse seien abgefangen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit, ohne Angabe des Ziels der Angriffe. Derweil griffen die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Verbündeten Saudi-Arabien im Irak «Terroristen» an, die demIran nahestünden.

Am Ölmarkt wird vorerst nicht mit einer Entspannung der Lage für die Öltransporte durch die Strasse von Hormus gerechnet. «Die anhaltende Bedrohung durch Raketen, Minen, Drohnen und Massnahmen Teherans wird einen erheblichen Teil des Schifffahrtsmarktes davon abhalten, sich zu engagieren», heisst es in einer Einschätzung der Investbentbank RBC Capital Markets.

Der auf Internetseiten sichtbare Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus - die den Persischen Golf mit seinen Ölfördergebieten mit den Weltmärkten verbindet - blieb am frühen Mittwoch weiter gering. Mit den jüngsten Angriffen des Iran dürfte sich an dieser Entwicklung vorerst wenig ändern.

Unterdessen greifen Industriestaaten weiter verstärkt auf ihre Ölreserven zurück. In den USA hat der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl um 3,3 Millionen Barrel verzeichnet. Im weiteren Verlauf des Tages werden die offiziellen Daten der US-Regierung zur Entwicklung der Ölreserven erwartet./jkr/mis

(AWP)