Am Ölmarkt bleibt die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten der bestimmende Faktor. «Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind zäh und diplomatische Fortschritte kaum zu erkennen», beschreiben Analysten der Dekabank die Lage. Ihrer Einschätzung nach tendieren die Märkte weiterhin dazu, auf positive Nachrichten stärker zu reagieren, als sich von den regelmässig darauf folgenden Dementis entmutigen zu lassen.

Bei den Gesprächen für ein Ende des Iran-Kriegs zwischen Teheran und Washington zeichnen sich allerdings weiterhin keine Fortschritte ab. Bei den Verhandlungen gelten die anhaltenden israelischen Militärschläge im Libanon als ein wesentlicher Streitpunkt.

Nach Einschätzung des Analysten Norman Liebke von der Commerzbank sind die Reaktionen am Ölmarkt auf Entwicklungen im Nahen Osten zuletzt gelassener ausgefallen als in den Wochen zuvor. Dies sei dadurch zu begründen, dass die Ölreserven in den Industriestaaten wohl länger als gedacht reichen würden. Darüber hinaus gebe es mittlerweile Umleitungen von Ölexporte in «beträchtlichen» Umfang, nachdem die Strasse von Hormus infolge des Iran-Kriegs blockiert ist./jkr/jsl/he

(AWP)