Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran lassen die Ölpreise weiter sinken. Die Nordseesorte Brent verbilligt sich um 3,7 Prozent auf bis zu 77,56 Dollar je Barrel; der Preis für US-Leichtöl WTI fällt um knapp drei Prozent auf 74,47 Dollar je Barrel. US-Vizepräsident JD Vance sprach von Fortschritten bei den Verhandlungen, zudem sei die Strasse von Hormus offen. Zu Handelsbeginn waren die Preise noch auf 82,30 Dollar gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump mit einer Wiederaufnahme des Krieges gedroht und Teheran die Schliessung der wichtigen Meerenge angekündigt hatte.
Hochrangige Vertreter beider Staaten hatten am Montag ihre erste Gesprächsrunde in der Schweiz beendet, wie Vermittler mitteilten. Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi sagte, sein Land habe sich Ausnahmegenehmigungen für Öl- und Petrochemieexporte sowie die Freigabe einiger eingefrorener Vermögenswerte gesichert. Der Iran habe seine Ölexporte wieder aufgenommen, die durch die US-Seeblockade unterbrochen worden waren, sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo. «Die Freigabe dieser Ölmengen bedeutet zusätzliches Angebot auf dem Markt.» Die Wiederherstellung der Lieferkette bleibe aber eine Herausforderung. Zwei Rohöltanker mit knapp zwei Millionen Barrel Öl an Bord durchfuhren am Montag die Strasse von Hormus, wie Schiffsverfolgungsdaten zeigten.
Zudem haben die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak in der vergangenen Woche mehr Öl angeboten. Der Irak plant, seine Produktion schrittweise auf 4,2 bis 4,3 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen. Analysten der Bank ANZ erwarten, dass in den ersten vier Wochen rund zwei bis drei Millionen Barrel pro Tag wieder auf den Markt kommen. Eine vollständige Wiederherstellung der Lieferungen sei in diesem Jahr jedoch unwahrscheinlich.
(Reuters)

