Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent mit Lieferung im Juni kostete zuletzt 114,64 Dollar und damit fast drei Prozent weniger als am Vortag. Im frühen Handel war die Notierung noch zeitweise bis auf 126,41 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 2022.
Der Preis für Brent-Öl hat damit seinen kontinuierlichen Anstieg im Verlauf einer Woche vorerst beendet. Auch der Preis für Rohöl aus den USA hat frühe Gewinne wieder abgegeben. Hier fiel der Preis für ein Barrel zuletzt um ein halbes Prozent auf 106,34 Dollar.
Nachrichten über militärische Optionen der USA im Iran trübten die Stimmung im frühen Handel, sagte Analyst Rodrigo Catril von der National Australia Bank. Nach Informationen des US-Portals «Axios» will US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Iran aufrechterhalten. Einen iranischen Vorschlag, zunächst die Seeblockade zu lockern und Gespräche über ein Abkommen zum Atomprogramm später zu führen, lehne er ab. Zugleich bereite sich das US-Militär dem Bericht zufolge auf neuerliche Luftangriffe vor, um die Verhandlungen voranzubringen.
Der Iran-Krieg bleibt der bestimmende Faktor am Ölmarkt. Die weitere Preisentwicklung hänge nun entscheidend von der Ausgestaltung eines möglichen US-Schlags ab, sagte Rohstoffexperte Norman Liebke von der Commerzbank. Während ein begrenzter taktischer Angriff des US-Militärs gegen den Iran nur einen kurzfristigen Preisanstieg auslösen könnte, drohe bei einer mehrstufigen Eskalation eine langanhaltende strukturelle Versorgungsstörung.
Die für den weltweiten Gas- und Ölhandel wichtige Strasse von Hormus bleibt weiter blockiert und es gibt derzeit keine Aussicht auf eine Öffnung. Das treibt die Kurse am Ölmarkt immer wieder nach oben. Mittlerweile hat sich der Preis für Rohöl der Sorte Brent seit Beginn des Jahres nahezu verdoppelt./jkr/jsl/he
(AWP)
