Nach deutlichen Preisaufschlägen in den vergangenen Wochen haben die Erdölpreise zuletzt schwächer tendiert. Am Montag sorgten zum einen Wachstumszahlen aus China für Ernüchterung. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt war im zweiten Quartal schwächer gewachsen als erwartet. Schon seit einiger Zeit belastet das magere Wachstum der Volksrepublik die Stimmung an den Rohstoffmärkten.
Als weitere Belastung erwies sich eine Kreisemeldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach das libysche Sharara-Ölfeld allmählich wieder in Betrieb genommen wird. Demonstranten, die die Anlage Anfang der Woche besetzt hätten, seien wieder abgezogen, hiess es unter Berufung auf informierte Personen. Zuvor seien die Behörden auf eine Forderung der Demonstranten eingegangen und hätten einen Mann freigelassen, der sich um den Posten des nächsten Zentralbankchefs bewerbe. Die Aussicht auf ein wohl bald höheres Ölangebot auf dem Markt drückt Beobachtern zufolge entsprechend auf die Preise.
Nur kurzzeitig sorgte eine offenbar versehentlich versendete Meldung einer grossen Nachrichtenagentur für Aufsehen. Darin hiess es, Saudi-Arabien werde seine Förderkürzungen bis Ende 2024 fortsetzen. Die Meldung wurde aber rasch wieder zurückgezogen. Am Ölmarkt zogen die Preise kurzzeitig deutlich an, fielen dann aber wieder zurück./la/he