US-Präsident Donald Trump will am Wochenende den seinen Worten nach grössten Angriff des US-Militärs «seit dem Zweiten Weltkrieg» vorerst abgesagt haben, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben. Die Gespräche sollen am Montagnachmittag stattfinden, wie Trump ankündigte. Es blieb zunächst unklar, wo die Verhandlungen geführt werden sollen, wie lange sie dauern dürften und wer genau daran beteiligt sein wird.
Der Iran deutete an, dass die Verhandlungen, die darauf abzielen, mehr Schiffe durch die Strasse von Hormus zu lassen, Fortschritte machen. Aussenminister Abbas Araghchi sagte, die Gespräche zwischen Teheran und Oman über die Verwaltung der Meerenge befänden sich in der Endphase. Dennoch herrscht nach wie vor wenig Klarheit über die Verhandlungen zwischen dem Iran und Oman. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Teheran bereit ist, Schiffen die freie Durchfahrt durch die Meerenge zu gewähren, wie Trump es gefordert hat.
Besondere Bedeutung bei den Verhandlungen dürfte neben der Regelung zur Öffnung der Strasse von Hormus das umstrittene Atomprogramm des Irans haben. Die beiden Themenkomplexe dominierten auch schon vorherige Verhandlungsrunden, die in Pakistan und der Schweiz stattfanden.
Das Ölkartell Opec+ hat am Wochenende die Obergrenze für die Ölförderung zum sechsten Mal in Folge angehoben. Es weitet die erlaubte Produktionsmenge für September um täglich 188.000 Barrel aus. Das teilten die sieben Länder von Opec+ nach ihrem Online-Treffen mit.
Wie Analysten betonen, bedeutet eine Anhebung der Obergrenze nicht automatisch, dass mehr Öl auf den Weltmarkt gelangt. Grosse Produzenten wie Saudi-Arabien erreichten bei der Förderung in den vergangenen Monaten gar nicht die ihnen zugeteilte Höchstmenge. Das liegt vor allem an der Teilblockade des wichtigen Seewegs Strasse von Hormus, durch die ein grosser Teil des saudischen Öls transportiert werden muss./jsl/he
(AWP)
