Die Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur zur Wochenmitte führte bisher zu keiner nachhaltigen Senkung des Niveaus.

«Auslöser für den Preissprung sind Sorgen vor einer längeren Sperrung des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus, durch die dem Ölmarkt derzeit rund ein Fünftel des Angebots fehlt», kommentierte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Ein schnelles Ende des Krieges zeichne sich trotz anderslautender Äusserungen von US-Präsident Trump nicht ab. «Vielmehr hat sich durch die Wahl des als Hardliner geltenden Sohnes des getöteten Ayatollah Chamenei zum neuen Obersten Führer im Iran das Risiko für einen länger anhaltenden Konflikt sogar eher erhöht», schreibt Fritsch.

Unterdessen will die US-Regierung dem stark gestiegenen Ölpreis entgegenwirken: Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.

«Dies ist die bedeutendste Unterbrechung der Ölversorgung seit den 1970er Jahren», sagte Philip Jones-Lux, leitender Marktanalyst bei Sparta Commodities, mit Blick auf frühere Versorgungsschocks im Nahen Osten. «Die Freigabe durch die Internationale Energieagentur (IEA) trägt dazu bei, die Preise von astronomischen Höhen fernzuhalten, aber wahrscheinlich nur für einen kurzen Zeitraum», fügte er hinzu./jsl/mis

(AWP)