Die Ölpreise stabilisierten sich in der laufenden Woche in der Nähe der Marke von 70 Dollar. Damit wurden die deutlichen Kursaufschläge der Vorwoche gehalten. Im Blick der Märkte bleibt der Konflikt zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump behauptete in seiner Rede zur Lage der Nation, dass der Iran daran arbeite, sein Atomprogramm wieder aufzunehmen. Dies bestärkte die Erwartungen, dass es zu einem militärischen Eingreifen der USA kommen könne. Die Ölpreise haben seit Jahresbeginn von der gestiegenen Unsicherheit profitiert.

Die Vereinigten Staaten wollen an diesem Donnerstag US-Regierungskreisen zufolge mit dem Iran in Genf verhandeln. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte der Iran mehr Erdöl exportierten, wodurch das Angebot auf dem Weltmarkt steigen und der Ölpreis entsprechend sinken dürfte. Allerdings könnte der Konflikt auch eskalieren.

«Das weitaus grösste Risiko eines US-Angriffs auf den Iran liegt aber in einer möglichen Blockade des Seeweges durch die Strasse von Hormus», kommentierte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. «Es würde bereits ausreichen, wenn die Wasserstrasse aufgrund eines zu hohen Risikos während der Kampfhandlungen für die Öltanker nicht mehr sicher passierbar wäre.» Durch die Strasse von Hormus würden täglich gut ein Viertel der seewärtigen Öllieferungen transportiert.

Der Ölverbund Opec+ plant laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg offenbar eine moderate Ausweitung der Förderung. Sie beruft sich auf einige Delegierte der Staaten der Opec+. Die von Saudi-Arabien und Russland angeführte Gruppe hat sich noch nicht auf eine Vorgehensweise für ihre Videokonferenz am Sonntag geeinigt. Am Wochenende soll das Vorgehen für den Monat April abgestimmt werden. Das Ölförderkartell hatte die Produktion im vergangenen Jahr schrittweise ausgeweitet und zuletzt eine dreimonatige Pause eingelegt./jsl/la/he

(AWP)