Im frühen Handel ging es mit dem Preis zeitweise deutlich stärker nach oben bis auf fast 106 Dollar. Bereits Ende vergangener Woche hatte der Ölpreis angezogen, nachdem er am Donnerstag wegen der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Iran-Kriegs bis auf 96 Dollar gefallen war.

Die USA und der Iran konnten bei ihren Bemühungen um ein Ende des Kriegs keine Fortschritte erzielen. Über das Wochenende haben beide Länder vielmehr ihre jüngsten Vorschläge gegenseitig zurückgewiesen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die jüngste Antwort des Irans als «völlig inakzeptabel» und sprach weitere Drohungen gegen die Islamische Republik aus.

«Eine Öffnung der Strasse von Hormus und eine Normalisierung des Schiffsverkehrs sind nicht abzusehen», heisst es in einer Einschätzung der Deutschen Bank. Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades, erwartet den Preis für die Nordseesorte Brent in den kommenden Tagen weiter über 100 Dollar, wobei die Händler ihren Fokus nach wie vor auf die Gespräche zwischen den USA und dem Iran richten dürften.

«Der Optimismus hinsichtlich eines unmittelbar bevorstehenden Abkommens zwischen den USA und dem Iran ist geschwunden», sagte Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Bank ING. Dies habe die Rohölpreise zuletzt weiter in die Höhe getrieben. Seiner Einschätzung nach dürften die Befürchtungen vor einer erneuten Eskalation «voraussichtlich zunehmen, was den Preisen weiteres Aufwärtspotenzial eröffnet».

Mit dem jüngsten Anstieg bewegt sich der Preis für Rohöl der Sorte Brent wieder in Richtung des Hochs, das im März zu Beginn des Iran-Kriegs bei etwa 120 Dollar je Barrel erreicht worden war./jkr/jsl/jha/

(AWP)