Am Ölmarkt blicken die Anleger weiter auf den Iran-Krieg und auf die Entwicklung in der Strasse von Hormus, die für den Ölhandel wichtige Meerenge südlich des Irans. Weil die Wasserstrasse wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe für den Schiffsverkehr praktisch gesperrt ist, liegen dort hunderte Handelsschiffe, darunter viele Tanker fest.

Mittlerweile gibt es immer mehr Bemühungen, den Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf abseits der Strasse von Hormus zu organisieren. Zuletzt hat das Opec-Mitglied Irak eine Vereinbarung mit der Türkei zur Wiederaufnahme von Öltransporten getroffen. Mit den Lieferungen durch die Türkei kann ein Teil der irakischen Ölexporte die Strasse von Hormus umgehen.

Die Umleitung irakischen Öls über die Türkei kann die Angebotssorgen am Markt aber nur begrenzt lindern. Die Produktion des Förderstaates ist auf etwa 1,4 Millionen Barrel pro Tag gesunken - etwa ein Drittel des Niveaus vor der Schliessung der Strasse von Hormus. Auch in anderen Staaten am Persischen Golf sind die Öllager mittlerweile gefüllt, was zu einer Drosselung der Fördermenge führt./jkr/stk

(AWP)