Anleger blickten auch zu Wochenbeginn hauptsächlich auf den Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Aktuell wägen sie die Chancen eines Atomabkommens zwischen den beiden Ländern ab, nachdem Irans Aussenminister Abbas Araghtschi eine weitere Verhandlungsrunde mit den Vereinigten Staaten in wenigen Tagen in Aussicht gestellt hatte. Er zeigte sich zuversichtlich, dass ein besserer Deal als das Wiener Atomabkommen von 2015 möglich sei.
Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte der Iran mehr Erdöl exportierten, wodurch das Angebot auf dem Weltmarkt steigen und der Ölpreis entsprechend sinken dürfte. Allerdings könnte der Konflikt auch eskalieren, denn US-Präsident Donald Trump erwägt Medienberichten zufolge einen begrenzten Militärschlag im Iran, um den Druck auf die Gegenseite zu erhöhen.
Derweil beobachten Anleger auch die jüngsten Entwicklungen im Zollstreit der USA mit dem Rest der Welt. Nach der am Freitag verkündeten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile der Zollpolitik von Präsident Donald Trump legte dieser nach. Der Republikaner kündigte am Samstag auf der Plattform Truth Social einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 15 Prozent an - statt der kurz davor bereits veranschlagten 10 Prozent.
Dies könnte wieder Sorgen in puncto einer globalen Konjunktureintrübung wecken und damit die Nachfrage nach Rohöl dämpfen. Dies würde die Ölpreise unter Druck setzen.
Die Grossbank Goldman Sachs hat ihre Ölpreisprognosen angehoben und begründet dies mit einem geringeren Lageraufbau in den Industrieländern. Die Bank geht aber weiterhin von einem Preisrückgang gegenüber dem aktuellen Niveau aus, wobei Brent zum Jahresende bei 60 Dollar liegen dürfte. Allerdings dürfte eine Kombination aus Sanktionen und Versorgungsengpässen länger halten als zuvor angenommen. Morgan Stanley erklärte am Montag ebenfalls, dass Brent im Laufe der Zeit wieder in Richtung 60 Dollar tendieren dürfte. «Öl verzeichnet einen Aufschwung aufgrund von Risiken, nicht aufgrund von Knappheit», so die Bank./jsl/la/jha/
(AWP)
