Im Vergleich zum Tagestief ist dies ein Plus von rund fünf Prozent. Am Vormittag war der Preis zeitweise bis auf 72,06 Dollar gefallen. Das war das niedrigste Niveau seit Beginn des Iran-Kriegs. In den ersten Wochen und Monaten des Konflikts war der Ölpreis deutlich gestiegen. Ein Barrel der Sorte Brent hatte zeitweise etwas mehr als 126 Dollar gekostet. Seit diesem Zwischenhoch seit Ende April ging es peu à peu nach unten.

Grund für den Rückgang seit dem Hoch Ende April ist die Hoffnung auf eine Lösung im Iran-Krieg. Zuletzt hatten sowohl der Iran als auch die Vereinigten Staaten nach ersten Gesprächen Fortschritte signalisiert, wenngleich ihre Darstellungen bisweilen auseinandergingen. Zudem haben mehr Öltanker die Strasse von Hormus durchqueren können. Der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus zeigte Analysen zufolge erste Anzeichen von Normalisierung.

Der Datenanbieter Kpler zählte am Mittwoch nach Angaben eines Sprechers 70 Durchfahrten. Vor Ausbruch des Iran-Kriegs waren es täglich mehr als 100 gewesen. Die Meerenge ist eine für die Weltwirtschaft bedeutende Route für die Lieferung von Rohöl.

Am Donnerstagabend stoppte die Weltschifffahrtsorganisation IMO nach einem Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman die jüngst gestartete Evakuierung von Schiffen rund um die Strasse von Hormus vorläufig. «Mir wurde heute ein Angriff im Golf von Oman auf ein Schiff gemeldet, das die Strasse von Hormus durchquert hat», teilte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez mit. «Dieses Schiff befand sich nicht im Rahmen des Evakuierungsplans der IMO auf der Durchfahrt.»

Nähere Angaben zu dem Schiff und zum Angriff machte die UN-Sonderorganisation nicht. Nach Angaben des internationalen Schifffahrtsverbandes Bimco handelt es sich um ein Handelsschiff, das die Strasse von Hormus unter Nutzung der Küstenverkehrszone vor Oman durchfuhr./zb/stw

(AWP)