Bei einer Sandbox handelt es sich um eine Testumgebung, in der neue digitale Anwendungen unter realitätsnahen Bedingungen erprobt werden können, ohne dass echte Nutzerdaten betroffen sind. Litauen will damit praktische Erfahrungen mit der künftigen europäischen digitalen Identitäts-Wallet sammeln.

Zusammenarbeit mit staatlicher Digitalagentur

Procivis wird das Projekt in Litauen zusammen mit der State Digital Solutions Agency umsetzen. Zum Einsatz kommt dabei gemäss Mitteilung die hauseigene Technologie «Procivis One». In der Testumgebung sollen digitale Identitätsprüfungen für Bürger, Behörden und Unternehmen erprobt werden, etwa beim Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen oder bei grenzüberschreitenden Anwendungen.

Die Projektlaufzeit beträgt zwölf Monate. Hintergrund ist die EU-Vorgabe, wonach alle Mitgliedstaaten bis Ende 2026 eine nationale europäische digitale Identitäts-Wallet bereitstellen müssen; ab 2027 sollen private Anbieter in der EU verpflichtet sein, die digitale Identität zu akzeptieren.

Procivis als Wachstumstreiber

«Der Markt steht durch regulatorische Vorgaben vor einem Wendepunkt», sagte Orell-Füssli-Chef Daniel Link gegenüber der Nachrichtenagentur AWP am Rande des Kapitalmarkttags vom November 2025. «In der EU geht es um über 450 Millionen potenzielle Nutzerinnen und Nutzer.»

Damit eröffne sich ein grosser Markt, an dem Orell Füssli über Procivis langfristig partizipieren wolle. Auch in der Schweiz gehe die Entwicklung voran, nachdem das Stimmvolk die neue E-ID angenommen habe. Auch hier wolle der Konzern davon profitieren, so Link.

jl/hr

(AWP)