Partners Group hatte den Anlegern des betreffenden Fonds in einem Schreiben mitgeteilt, dass die Rücknahmen auf 5 Prozent des Nettoanlagewerts (NAV) begrenzt würden, wie ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigte. Der Schritt erfolgte, nachdem die Rücknahmebegehren mit 9,8 Prozent im zweiten Quartal klar über dieser Schwelle ausfielen.
Rücknahmen verschoben
Beim betroffenen Fonds «Global Value SICAV» von Partners Group handelt es sich um einen sogenannten «Evergreen»-Fonds - also einen Fonds ohne Laufzeitbeschränkung - mit einem Umfang von rund 8,6 Milliarden Dollar. Er investiert in Private Equity-Anlagen, also in Firmenanteile von nicht-börsenkotierten Unternehmen. Bei den Fondsanlegern handelt es sich laut dem Sprecher mehrheitlich um private Investoren.
Bei der Begrenzung der Rücknahmen auf 5 Prozent handle es sich um einen «Schutzmechanismus» für die Anleger, der diesen auch bekannt sei, betonte der Partners Group-Sprecher gegenüber der AWP. Der Fonds verfüge zwar über die Liquidität, um alle Auszahlungen zu tätigen: «Das ist aber nicht der Sinn solcher Fonds.»
Es handle sich schliesslich ausdrücklich um eine langfristige Anlage, zudem werde die Liquidität teilweise auch für Neuanlagen eingesetzt, so der Sprecher. Die nicht erfüllten Rücknahmebegehren von Investoren würden nun auf das kommende Quartal verschoben.
Überschwappen
Den Anstieg bei den Rücknahmebegehren führte der Sprecher nicht zuletzt auf ein «Überschwappen» der negativen Berichtserstattung aus den Private Credit-Märkten zurück. In den vergangenen Monaten hatten diverse Anbieter für nicht-kotierte Unternehmenskredite wie Blue Owl, Apollo oder KKR ihrerseits Einschränkungen bei Fondsrücknahmen bekannt gegeben.
Partners Group habe nun zuletzt auf der ganzen Plattform einen gewissen Anstieg bei den Rücknahmebegehren vor allem von Seiten privater Anleger beobachtet, bestätigte der Sprecher: Allerdings sei das Ausmass klar geringer als bei dem nun betroffenen Fonds. Insgesamt stammen rund 80 Prozent der verwalteten Vermögen bei Partners Group von institutionellen Investoren und etwa 20 Prozent von privaten Anlegern.
Ein Drittel seit Jahresbeginn
Die Aktien von Partners Group brachen am Mittwoch bis am Mittag knapp 17 Prozent im Minus auf noch 682,40 Franken ein. Damit notieren sie so tief wie seit dem Pandemie-bedingten Börseneinbruch von 2020 nicht mehr. Für das Gesamtjahr 2026 resultiert damit ein Kursrückgang von fast einem Drittel. In den USA deuten die vorbörslichen Indikationen auch bei Konkurrenten wie KKR, Blackstone oder Blue Owl auf Kursverluste hin.
Händler am Aktienmarkt verwiesen ebenfalls auf «Spillover»-Effekte aus den Private-Credit-Märkten auf Partners Group. Weitere Marktbeobachter verwiesen zudem auf das vorläufige Ende der Niedrigzinsphase: Gepaart mit der konjunkturellen Schwäche und mit der hohen geopolitischen Unsicherheit komme der Private-Equity-Sektor entsprechend derzeit massiv unter Druck.
Weitere Vermögenszuflüsse
Partners Group hatte noch im April überraschend Quartalszahlen mitgeteilt und dabei betont, dass das Unternehmen bezüglich weiterer Vermögenszuflüsse gut ins Jahr gestartet sei: «Das können wir auch bestätigen», betonte der Firmensprecher am Mittwoch.
Zusätzlich unter Druck geraten war das Zuger Unternehmen im Mai allerdings nach Vorwürfen der US-Investmentgesellschaft Grizzly. Die US-Gesellschaft, die oft als «Leerverkäuferin» auf sinkende Aktienkurse setzt, hatte Partners Group unter anderem vorgeworfen, den Wert ihrer Evergreen-Fonds zu hoch auszuweisen. Die Schweizer Finanzgesellschaft wies die Vorwürfe zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen Grizzly an.
tp/hr
(AWP)
