Im Schnitt verzinsten die mehr als 500 befragten Vorsorgeeinrichtungen die Altersguthaben 2025 mit 4,7 Prozent. Dies sei der dritte Anstieg in Folge, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Pensionskassenstudie der ZKB-Tochter Swisscanto.

Ziehe man die sehr tiefe Inflation von 0,1 Prozent ab, blieben 4,6 Prozent. «Das ist die höchste Realverzinsung seit 25 Jahren», sagte Heini Dändliker, Leiter Grossfirmen und Markt Schweiz bei der ZKB, in einer Medienkonferenz in Zürich.

Weiter nach oben dürfte es allerdings nicht mehr gehen. Im laufenden Jahr werde ein solcher «Extremwert» wohl nicht mehr erreicht werden, sagte Dändliker am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Realistisch sei eine Realverzinsung im Rahmen des langjährigen Durchschnitts von 2,3 Prozent.

Unterschiede noch grösser geworden

Die Unterschiede bei der Verzinsung sind laut der Analyse jedoch «enorm». So hätten die erfolgreichsten 10 Prozent der Pensionskassen eine reale Verzinsung von 9,25 Prozent erzielt, während die schwächsten Kassen lediglich auf 2 Prozent kamen. Allein im vergangenen Jahr betrug die Differenz damit mehr als 7 Prozentpunkte.

Gemäss den Swisscanto-Daten ergibt sich über die vergangenen fünf Jahre zwischen einzelnen Pensionskassen eine Differenz von bis zu 26 Prozentpunkten. Bei einem durchschnittlichen Altersguthaben von rund 200'000 Franken hätten erfolgreiche Kassen ihren Versicherten dadurch nach fünf Jahren rund 52'000 Franken mehr gutgeschrieben. Die Unterschiede bei der Verzinsung seien hauptsächlich auf die erzielten Anlagerenditen zurückzuführen, heisst es.

Zudem werde die Spannweite immer grösser: 2025 lagen die Zinssätze zwischen 1,25 und 17 Prozent.

Polster recht dick

Die gute Performance sorgte auch für dickere Polster. Der Deckungsgrad der privaten Pensionskassen kletterte Ende 2025 auf 119,6 Prozent nach 117 Prozent ein Jahr zuvor. Das sei der zweithöchste Deckungsgrad seit dem Start der Studie im Jahr 2000, hiess es. Höher lag der Deckungsgrad der privaten Pensionskassen nur im Jahr 2021 mit 122,1 Prozent.

Auch bei den anderen Pensionskassentypen ging es aufwärts. So stieg der Deckungsgrad bei den öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung auf 113,1 Prozent nach 111,7 Prozent Ende 2024. Damit seien die Reserven so gut gefüllt, dass die meisten Vorsorgeeinrichtungen Leistungsverbesserungen umsetzen könnten, hiess es.

Die öffentlich-rechtlichen Kassen mit Teilkapitalisierung verbesserten ihren Deckungsgrad auf 91,2 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte er bei 89,2 Prozent gelegen.

Erstmals mehr Kapital- als Rentenbezüge

Im Jahr 2025 wurden zudem mit 51 Prozent erstmals mehr als die Hälfte der Altersguthaben in Kapitalform bezogen. Der Anstieg der Kapitalbezüge könnte laut Swisscanto den «Charakter der zweiten Säule» deutlich verändern. Der Versicherungsgedanke werde dadurch tendenziell verwässert.

Der «dritte Beitragszahler», also die Erträge aus den angelegten Pensionskassengeldern, gewinne zunehmend an Bedeutung. So hätten die Renditen zuletzt einen höheren Beitrag zum Vorsorgevermögen geleistet als die Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammen.

Dies gehe allerdings auch mit grösseren Risiken einher. Die Aktienquote befindet sich auf einem Höchststand. Die Top-Performer weisen mit 35,8 Prozent einen deutlich höheren Aktienanteil auf als Kassen mit tieferen Renditen. Diese halten im Durchschnitt lediglich 30,9 Prozent ihres Vermögens in Aktien.

Umgekehrt ist die Entwicklung bei den als «sicher» geltenden festverzinslichen Anleihen: Während die Kassen mit den höchsten Renditen lediglich 18 Prozent ihres Vermögens in Obligationen investierten, lag dieser Anteil bei den schwächsten Kassen laut den Experten mehr als doppelt so hoch.

jb/sta/to/hr

(AWP)