Der Kurs der GSK-Aktie gab in London im frühen Handel um drei Prozent nach. JPMorgan-Analyst Zain Ebrahim sieht kaum Spielraum für steigende Markterwartungen. Denn die überraschend starke Geschäftsentwicklung des ersten Quartals basiere wohl vor allem auch auf einem Shingrix-Lagerbestandseffekt.
GSK sei dank seiner grössten Wachstumstreiber stark in das Jahr gestartet, sagte der neue Konzernchef Luke Miels. Für die vollen zwölf Monate erwartet der Manager weiterhin abseits der Wechselkurseffekte einen Umsatzanstieg um drei bis fünf Prozent. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn soll währungsbereinigt um sieben bis neun Prozent anziehen. Im ersten Quartal übertraf der Konzern hier zu konstanten Wechselkursen mit einem Anstieg von zehn Prozent auf 2,65 Milliarden Pfund das eigene Ziel.
Miels hatte zu Jahresbeginn den Vorstandsvorsitz von Emma Walmsley übernommen. Der Manager steht vor der Aufgabe, die Pipeline des Unternehmens zu stärken, um unter anderem Einnahmeverluste durch ein wichtiges HIV-Medikament auszugleichen. Laut Analysten könnte Miels dafür ein Effizienzprogramm einführen und gleichzeitig verstärkt auf Übernahmen setzen.
So hatte GSK zu Beginn des Jahres der 2,2 Milliarden Dollar schweren Übernahme des US-Biotechunternehmens Rapt Therapeutics zugestimmt, das Behandlungen für Patienten mit entzündlichen und immunologischen Erkrankungen entwickelt. Zudem sicherte sich das Unternehmen in einer separaten Transaktion ein Medikament gegen pulmonale Hypertonie./tav/mis/zb
(AWP)
