Das BAG registrierte gemäss Mitteilung vom Montag innerhalb der drei Tage 7 Todesfälle und 70 Spital-Einweisungen. Am vergangenen Montag waren für das Wochenende 1548 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden und vor zwei Wochen deren 782.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 64'436 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG am Montag weiter mitteilte. Insgesamt 5071 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1801.

An einer Medienkonferenz in St. Gallen nahm Berset zur beunruhigenden Entwicklung in der Schweiz seit Mitte der vergangenen Woche Stellung. Der Innenminister machte sich in St. Gallen ein Bild von der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Nach den Fallzahlen würden jetzt auch die Hospitalisationen steigen, sagte Berset. Wichtig sei, dass das Contact Tracing weiterhin gut funktioniere. Dies sei eine grosse Herausforderung.

Sollten Kantone beim Contact Tracing an ihre Grenzen stossen, werde der Bundesrat auf jede Hilfsanfrage eintreten. Man arbeite mit den Kantonen bei der Pandemie-Bekämpfung eng zusammen. Laut Berset ist es theoretisch möglich, die Testkapazität landesweit auf bis zu 35'000 pro Tag zu erhöhen. Auch die neuen Schnelltests würden bald kommen. Es gelte einen neuen Lockdown - oder allfällige regionale Lockdowns - unbedingt zu vermeiden.

Gemäss Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der Gesundheitsdirektoren (GDK), funktioniert "das Contact Tracing über das Ganze gesehen derzeit noch". Die Kantone seien aktuell weiterhin massiv am Aufstocken von Personal, schrieb er am Montag auf Anfrage zu Medienberichten. Selbst wenn es zu Lücken kommen sollte, bleibe dies ein wichtiges Element zur Abbremsung des epidemischen Verlaufs.

Infizierte müssen selber Umfeld informieren

Mit einer Anpassung des Contact Tracing reagiert etwa der Kanton Schwyz auf die hohen Fallzahlen: Die Corona-Infizierten müssen neu selbst Personen informieren, mit denen sie in Kontakt standen. Das Contact Tracing-Team wird nur noch Mitbewohner und Intimpartner der positiv getesteten Personen kontaktieren.

Es sei schwierig, allgemein festzustellen, wo sich die Menschen ansteckten würden, sagte der Epidemiologe Marcel Tanner, der auch Mitglied der Taskforce des Bundes ist, in der Sendung "Rendez-vous" von Radio SRF vom Montagmittag. Sicher sei das private Umfeld eine wichtige Übertragungsquelle - dieser Meinung war auch Berset, der zudem Arbeit und Privatanlässe als weitere Ansteckungsorte nannte.

Positivitätsrate gestiegen

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'506'450 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Gegenüber Freitag wurden dem BAG 35'556 neue Tests gemeldet. Eine Woche zuvor waren über das Wochenende 25'762 Tests gemeldet worden.

In der Woche 41 wurden 87'332 Tests durchgeführt, die Positivitätsrate betrug 10,3 Prozent, wie das BAG auf Anfrage mitteilte. Über die vergangenen zwei Wochen gesehen fiel das Resultat bei 8,1 Prozent aller Tests positiv aus.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Montag nach Angaben des BAG 4083 Personen in Isolation und 9973 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 14'793 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

(AWP)