+++Coronavirus-Update+++ - Corona - BAG meldet 2727 neue Ansteckungen in der Schweiz - Vorerst keine Schulschliessungen - Brasilien, Spanien, Israel und weitere Länder neu auf Quarantäneliste - 19'000 Spital-Operationen in zweiter Welle verschoben

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
20.01.2021 16:35
Bundespräsident Guy Parmelin am 20. Januar 2020 vor den Medien in Bern.
Bundespräsident Guy Parmelin am 20. Januar 2020 vor den Medien in Bern.
Bild: Screenshot Youtube

Zum Coronavirus-Ticker vom Donnerstag, den 21. Januar, geht es hier.

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18:05

Der Bundesrat und die Kantone verzichten vorerst auf Schulschliessungen. Die Landesregierung weitet zudem die Kurzarbeit aus und erwägt eine Reaktivierung der Covid-Kredite. Varianten des Coronavirus sind bereits seit Oktober 2020 in der Schweiz.

Den ausführlichen Bericht gibt es hier.

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16:35

In Portugal melden die Gesundheitsbehörden den Rekordwert von 14'647 neuen Positiv-Tests. Das entspricht einem Anstieg von 40 Prozent zum Vortagesniveau. 219 weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden. Auch das ist ein Höchstwert. Am Vortag lag die Zahl bei 218. Seit vergangener Woche gilt in dem Land ein neuer Lockdwon.

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15:50

Der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer scheint einer Studie zufolge auch gegen die ansteckendere britische Variante wirksam zu sein. Für die Untersuchung wurden Blutproben von 16 geimpften Teilnehmern aus früheren klinischen Studien einem synthetischen Coronavirus ausgesetzt. Dieses war so konstruiert, dass es die gleichen zehn charakteristischen Mutationen aufwies, durch die die britische Variante B.1.1.7 gekennzeichnet ist. Die Antikörper im Blut der Probanden, die den Impfstoff erhalten hatten, neutralisierten dieses Pseudovirus genauso wirksam wie die Coronavirus-Version, für die das Produkt ursprünglich entwickelt wurde. Das mache es sehr wahrscheinlich, dass der Impfstoff auch gegen die britische Variante schütze, hiess es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie.

"Diese frühen Ergebnisse der in-vitro-Studie sind für Pfizer und Biontech sehr ermutigend", erklärten die beiden Partner. Es würden weitere Daten erhoben, um die Wirksamkeit des Impfstoffs bei der Prävention von Covid-19-Erkrankungen zu beobachten, die durch neue Virus-Varianten verursacht wurden. Sollte in der Zukunft ein neuer Impfstoff nötig werden, um gegen andere Varianten des Virus zu schützen, sollte eine solche Anpassung möglich sein. Biontech-Chef Ugur Sahin hatte bereits gesagt, dass dies theoretisch innerhalb von sechs Wochen möglich sei.

Anfang Januar hatten die Mainzer Biotechfirma Biontech und ihr US-Partner Pfizer erste Ergebnisse veröffentlicht, die zeigten, dass der Impfstoff vermutlich vor einer Schlüsselmutation schützt, die in den ansteckenderen Virusvarianten aus Grossbritannien und Südafrika nachgewiesen wurde. Biontech-Chef Sahin hatte bereits erklärt, dass es aus wissenschaftlicher Sicht sehr wahrscheinlich sei, dass der Impfstoff auch gegen die neue Variante wirke. In Kürze wollen die Unternehmen noch eine detailliertere Analyse der wahrscheinlichen Wirkung des Impfstoffs auf die südafrikanische Variante veröffentlichen.

Nach Einschätzung von Wissenschaftlern sind die neuen Varianten ansteckender. Es wird jedoch angenommen, dass sie nicht zu einem schwereren Krankheitsverlauf führen. Auch andere Impfstoffhersteller wie AstraZeneca, Moderna und CureVac untersuchen, ob ihre Mittel vor den sich schnell ausbreitenden Coronavirus-Varianten schützen.

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14:45

Die Erziehungsdirektoren und die wissenschaftliche Corona-Taskforce des Bundes raten derzeit von flächendeckenden Schulschliessungen ab. Das Innendepartement (EDI) prüft nun mögliche Szenarien für die Sekundarstufen I und II - falls sich die Lage verschlechtert.

"Mit den bisher ergriffenen Massnahmen konnten an den Schulen grössere Ausbrüche verhindert werden", schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung vom Mittwoch. Es seien sich aber alle Akteure einig, dass weitere Massnahmen in den Schulen nötig werden könnten, falls sich die neuen Virusvarianten stark ausbreiten.

Zur epidemiologischen Lage sagt Bundespräsident Guy Parmelin vor den Medien in Bern: Die Infektionszahlen gingen zwar zurück, aber die Auswirkungen durch das mutierte Virus einzuschätzen. Die Fälle der zuerst in Grossbritannien festgestellten mutierten Corona-Variante gehen nach den Worten des Bundesrats weiter nach oben. "Jetzt haben wir doppelt so viele Fälle als vor einer Woche", so Parmelin.

Der Bundesrat hat zudem die Kurzarbeit bis Juni 2021 verlängert. Dazu wird die Karenzfrist rückwirkend per 1. September 2020 und bis zum 31. März 2021 aufgehoben. Neu sind auch Lernende und Personen in verfristeten Arbeitsverhältnissen berechtigt, Kurzarbeit zu beantragen. 

Die Medienkonferenz mit Bundespräsident Guy Parmelin im Livestream:

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14:25

Der Bund hat die Quarantäneliste erneuert. Neue Länder darauf sind unter anderem Brasilien (per sofort) und ab dem 1. Februar auch Länder wie Estland, Lettland, Spanien, Portugal, Israel und Zypern. Dazu kommen das deutsche Bundesland Thüringen, die französische Region Provence-Alpens-Côte d'Azur, in Italien Emilia Romagna und Friaul-Julisch-Venetien, in Österreich das Bundesland Salzburg. 

Die aktualisierte Quarantäneliste des BAG findet sich hier.

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13:50

Landesweit sind seit November bei etwa 19'000 Patientinnen und Patienten geplante medizinische Eingriffe verschoben worden. Grund ist die zweite Welle der Covid-19-Pandemie. Diese brachte die Intensivstationen an die Grenze.

Normalisieren dürfte sich die Lage bei den Intensivbetten erst ab dem 10. Februar, wie die wissenschaftliche Corona-Task-Force des Bundes in einem Bericht vom Mittwoch festhält. Üblicherweise liegen etwa 600 Patienten auf den Intensivstationen. Dieser Durchschnitt überschnitt im November die Schwelle von 865.

Mehr dazu hier.

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13:35

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 2'727 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies geht aus den heute Mittwoch veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 2'080. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 2'119, vor einer Woche bei 2'796. Zudem wurden 137 neue Spitaleinweisungen und 70 neue Todesfälle gemeldet.

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13:15

Bundespräsident Guy Parmelin tritt um 14 Uhr vor die Medien. cash wird die Medienkonferenz live übertragen.

Die Landesregierung diskutierte an seiner Sitzung vom heutigen Mittwoch über die epidemiologische Entwicklung und den Stand der Impfkampagne, wie der Bundesrat mitteilt. Diskutiert worden sei zudem über mögliche weitergehende Massnahmen der Kantone in den Schulen sowie über die Untersuchung der Corona-Taskforce zu Schulschliessungen.

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12:05

Die EU-Kommission sieht Grenzkontrollen in der Corona-Krise nur als "letztes Mittel". Grenzschliessungen sind nach Ansicht von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen generell kein probates Mittel zur Eindämmung der Pandemie. Eine pauschale Schliessung sei nicht sinnvoll, sagt sie in einer Rede vor dem EU-Parlament. Diese schade dem europäischen Binnenmarkt und sei nicht so effizient wie gezielte Massnahmen. Es gelte, eine gemeinsame Strategie für Tests und die Zurückverfolgung der Infektionen zu finden. Dieser gemeinsame Ansatz sei auch fürs Reisen und die Grenzen nötig.

Die Warnung von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass Grenzkontrollen gegenüber Nachbarstaaten eingeführt werden könnten, ziele klar auf die EU-Beratungen am Donnerstagabend, heisst es in Kreisen der EU-Kommission. Die 27 EU-Regierungschefs wollen am Donnerstagabend in einer Schalte über die Corona-Lage sprechen.

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10:50

Das schwer von der Pandemie betroffene Grossbritannien steuert immer schneller auf die Marke von 100'000 Virus-Toten zu. Die Zahl der zuletzt binnen eines Tages mit oder an Covid-19 Verstorbenen stieg nach Angaben der Regierung um 1610 und damit so stark wie nie zuvor. Insgesamt starben damit bislang 91.470 Menschen an der Krankheit - so viele wie sonst nirgendwo in Europa. Innenministerin Priti Patel nannte die Zahlen am Mittwoch im Sender LBC "furchtbar und tragisch". Gleichwohl sei jetzt nicht die Zeit, über Fehler der Regierung im Umgang mit der Pandemie zu diskutieren.

Premierminister Boris Johnson wird unter anderem vorgeworfen, zu langsam auf die Krise reagiert und ungenügend Ausrüstung zum Schutz vor dem Virus beschafft zu haben.

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10:00

Das Kanzleramt will das Tragen einer medizinischen Schutzmaske in Deutschland im Öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen verpflichtend machen. Allerdings geht aus einem Reuters vorliegendem Entwurf hervor, dass dabei nicht nur FFP2-Masken vorgeschrieben sein sollen, sondern dass auch das Tragen von deutlich billigeren OP-Masken ausreichen soll. Auch diese bieten einen wesentlich besseren Schutz als Alltagsmasken etwa aus Stoff. Die Länder müssen dem aber noch zustimmen.

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09:15

Einen Monat nach Beginn der Corona-Impfungen in der Schweiz hat der Bundesrat noch immer keine Impf-Statistik parat. Stattdessen kommuniziert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Schätzung laut der rund 110'000 Personen eine erste Impfdosis erhalten hätten. Doch welcher Kanton wie oft impfte, ist nicht ersichtlich. 

Laut "Blick" hält das BAG sich bewusst mit genauen Zahlen zurück. Das Medium beruft sich dabei auf Quellen aus der Bundesverwaltung, laut denen es einigen Kantonen mit der Datenlieferung nicht eilt. Grund: Es soll nicht ersichtlich werden, dass einige Kantone nicht wirklich vorankommen, so schreibt der "Blick". Das BAG kommuniziere auf Wunsch der Kantone derart zurückhaltend, wird eine gut informierte Person zitiert.

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08:30

China hat über Peking einen Teil-Lockdown verhängt. Die Massnahme betrifft 1,7 Millionen Menschen und soll verhindern, dass ein Covid-19-Ausbruch im Norden des Landes auf die Hauptstadt übergreift. Der Distrikt Daxing, wo sich auch der neue Flughafen befindet, wurde nach dem Auftreten von sechs Infektionen abgeriegelt. Seit Anfang Januar meldete China landesweit mehr als tausend Neuinfektionen, vor allem in den nördlichen Provinzen.

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06:45

Sowohl die britische als auch die südafrikanische Variante des Coronavirus scheinen sich zunehmend in der Schweiz auszubreiten. Anfang der Woche wurden noch 117 Fälle in 12 Kantonen gezählt, jetzt sind es bereits 388 Fälle in mindestens 17 Kantonen. Beide Varianten sind gemäss ersten Erkenntnissen ansteckender als die bisherigen Sars-CoV-2-Viren.

Recherchen vom "Tagesanzeiger" zeigen, dass das britische Variante schon viel früher in der Schweiz war, als angenommen. Galten bisher Abwasserproben von Anfang Dezember als die frühesten Belege, bestätigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jetzt, dass die britische Virus-Mutation in einer Probe vom 26. Oktober 2020 eruiert und am 5. Januar 2021 gemeldet wurde.

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06:05

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15 974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Ausserdem wurden 1148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19 600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 123,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 237,7 und Brandenburg mit 208,8. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,5.

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05:30

Mexiko meldet mit 1584 Todesfällen die bislang grösste Zahl an Verstorbenen, die an oder mit dem Corona-Virus erlegen sind. Bislang sind 142.832 Mexikaner an Lungenversagen gestorben, nachdem sie sich mit dem Erreger infiziert hatten.

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03:30

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden am gestrigen Dienstag 2'260 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies ging aus den veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 2'119. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 2'204, vor einer Woche bei 3'054. Zudem wurden 129 neue Spitaleinweisungen und 75 neue Todesfälle gemeldet.

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02:15

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüsst die Verlängerung des Lockdowns. "Die beschlossenen Verschärfungen zeigen Augenmass", sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post". "Es ist richtig, dass ein Mega-Lockdown vermieden wurde. So wird es keine flächendeckenden Ausgangssperren geben, sondern nach regionalen Entscheidungen nur dort, wo die Infektionszahlen noch zu hoch sind. Das halten wir für richtig." Die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften könne einen wirksamen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten.

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23:45

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dringt auf eine grössere Produktion von Corona-Impfstoffen in Deutschland, um mehr Versorgungssicherheit zu erhalten. Indirekt warf er dem US-Konzern Pfizer vor, die USA zu bevorzugen. "Ich glaube nicht, dass eine Produktion in Amerika ausfallen würde", sagt er zu der überraschenden Ankündigung von Pfizer, die Produktion in seinem Werk in Belgien vorübergehend etwas herunterzufahren. In der Folge werden alle europäischen Staaten in den kommenden Wochen etwas weniger BioNTech/Pfizer-Impfstoff ausgeliefert bekommen. "Deshalb sind die Bemühungen, Impfstoffe in Deutschland zu produzieren so besonders wichtig", fügt der CSU-Chef hinzu.

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22:05

Der bis Ende Januar befristete Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland wird angesichts weiter hoher Infektions- und Todeszahlen bis Mitte Februar verlängert. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag bei ihrer Schaltkonferenz beschlossen. Zugleich vereinbarten sie, die Maskenpflicht zu verschärfen. So müssen künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen der Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden. Normale Alltagsmasken sind dort dann nicht mehr zugelassen.

Bund und Länder wollen ausserdem einen weitgehenden Anspruch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Homeoffice einführen. Künftig müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten das Arbeiten von zu Hause aus überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen.

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Die Zahl der Toten durch das Virus in den USA liegt nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters inzwischen bei mehr als 400.000. Die Zahl der bekannten Infektionen beläuft sich demnach auf über 24 Millionen.

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(cash/Reuters/AWP/Bloomberg)