+++Coronavirus-Update+++ - Corona: BAG meldet 853 neue Ansteckungen - Gesellschaftlicher Druck zum Impfen nimmt laut Studie in der Schweiz zu - Neuinfektionen in Tokio steigen auf Rekordhoch - EU erreicht 70 Prozent Erstimpfungsquote bei Erwachsenen

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
27.07.2021 18:00
Computer-Illustration des Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV).
Computer-Illustration des Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV).
Bild: imago images / Science Photo Library

18:00

Kanada hat Ministerpräsident Justin Trudeau zufolge jetzt genug Impfstoff vorrätig, um alle Berechtigten versorgen zu können. Mit dem Kauf von 66 Millionen Dosen liege seine Regierung zudem vor der angepeilten Frist Ende September. In Kanada wird spekuliert, dass Trudeau vorgezogene Wahlen ausrufen könnte und dabei mit Erfolgen im Kampf gegen die Pandemie werben will.

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16:55

Angesichts gestiegener Positiv-Tests will die US-Gesundheitsbehörde CDC offenbar auch vollständig Geimpften wieder das Tragen einer Maske nahelegen. Wie Reuters von Insidern erfuhr, wird diese Empfehlung zumindest für Innenräume unter gewissen Umständen erwogen. Details seien aber noch nicht geklärt. Die CDC wollte sich nicht dazu äussern, hat aber eine Pressekonferenz zur Corona-Lage für 21.00 Uhr (MESZ) angesetzt. Im Mai hatte sie Geimpften das Weglassen eines Mund-Nase-Schutzes im Freien und in vielen Innenräumen freigestellt.

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16:15

Der Tourismusbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Thomas Bareiss, spricht sich gegen Einreise-Verschärfungen aus. "Es kann nicht sein, dass bei steigenden Inzidenzen die Diskussion um notwendige Massnahmen zuerst auf dem Rücken der Reisebranche und der Urlauber ausgetragen wird", erklärt der beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelte CDU-Politiker. "Die Bestimmungen der Einreiseverordnung haben uns auch in Zeiten mit höheren Inzidenzen gute Dienste erwiesen - dafür sind sie ausgelegt. Es ist nicht nachvollziehbar, dass bei steigenden Impfquoten überwiegend von Verschärfungen gesprochen wird."

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15:10

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt angesichts des Mangels an Covid-Impfstoffen in vielen Ländern vor einer Spaltung der Weltwirtschaft. Das globale Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr zwar um kräftige 6,0 Prozent wachsen, bekräftigte die in Washington ansässige Organisation am Dienstag ihre Prognose vom April. "Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich aber in den einzelnen Ländern weiter auseinanderentwickelt", warnte der IWF zugleich. "Der Zugang zu Impfstoffen stellt sich dabei als die wichtigste Bruchlinie heraus." Hier spalte sich die globale Erholung in zwei Blöcke. Auf der einen Seite viele Industrieländer, die sich dank Impffortschritten auf eine Normalisierung freuen könnten. Auf der anderen Seite viele Entwicklungs- und Schwellenländer, die immer noch gegen hohe Infektions- und Todeszahlen ankämpften.

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14:15

Vom 20. Juli bis 26. Juli sind in der Schweiz 284'990 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Damit sind 47,2 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Dies geht aus den Angaben hervor, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag auf seiner Website veröffentlichte.

Insgesamt wurden seit Beginn der Impfkampagne 8'878'473 Impfungen verabreicht. 4'076'546 Personen haben zwei Impfdosen erhalten, bei 725'381 Personen wurde bislang nur die Erstimpfung vorgenommen. Pro Tag wurden letzte Woche durchschnittlich 40'713 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor sank die Impfkadenz um 20 Prozent.

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13:30

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 853 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies geht aus den heute Dienstag veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor. Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 718. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 697, vor einer Woche bei 571. Zudem wurden 14 neue Spitaleinweisungen und 2 neue Todesfälle gemeldet.

Momentan ist einer der vier Richtwerte des Bundesrates für eine mögliche Verschärfung der Massnahmen überschritten. Die aktuellen Richtwerte gelten für die sogenannte Stabilisierungsphase, bis die gesamte impfwillige erwachsene Bevölkerung vollständig geimpft ist. Dies dürfte laut Bundesrat etwa Ende Juli der Fall sein.

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12:35

Der gesellschaftliche Druck, sich impfen zu lassen, hat in den vergangenen Monaten in der Schweiz deutlich zugenommen. Eine ZHAW-Studie zeigt, dass jüngere Altersgruppen dabei mehr Druck verspüren als ältere.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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10:45

Südkorea startet eine Impfkampagne in Schlüsselbetrieben der Chip-Herstellung und elektronischer Bauteile. Damit sollen Verzögerungen in den weltweiten Lieferketten vermieden werden. Sprecher global agierender Unternehmen wie Samsung Electronics, SK Hynix Inc und LG Display teilen mit, in den Werken sei mit der Impfung der Belegschaft begonnen worden.

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10:30

In der EU haben 70 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag mitteilte, haben zudem 57 Prozent der Volljährigen bereits den vollen Impfschutz. Damit habe Europa im weltweiten Vergleich aufgeholt. Unter anderem waren etwa die USA oder Israel zunächst deutlich schneller darin, der Bevölkerung Impfangebote zu machen. Man müsse die Anstrengungen aber beibehalten, so von der Leyen. "Die Deltavariante ist sehr gefährlich." Sie rufe daher jeden und jede dazu auf, sich impfen zu lassen, sofern die Möglichkeit dazu bestehe.

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09:20

In der Olympia-Stadt Tokio steigen die Neuinfektionen auf über 3000 registrierte Fälle - so viele wie nie an einem einzigen Tag. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji. Am Montag waren 1429 neue Corona-Fälle erfasst worden, doppelt so viele wie eine Woche zuvor. Die Krankenhäuser bereiten sich auf die Aufnahme zusätzlicher Covid-19-Kranke vor. Die Zahl der Betten für diese Fälle soll von derzeit 5967 auf 6406 erhöht werden, berichtet der Sender TBS.

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08:20

Nach knapp zwei Wochen werden die strikten Corona-Beschränkungen im australischen Bundesstaat Victoria mit der Millionenmetropole Melbourne weitgehend wieder aufgehoben. Der Lockdown ende in der Nacht zum Mittwoch, teilte Regional-Premierminister Daniel Andrews mit. Zugleich appellierte er an die Bevölkerung, "wachsam gegenüber diesem Virus sein, der Delta-Variante, bis so viele Menschen wie möglich geimpft sind".

Am Mittwoch dürfen Schulen, Restaurants, Fitnessstudios und Geschäfte wieder öffnen. Zudem sind im Freien Treffen von bis zu zehn Menschen erlaubt. Zuhause darf man aber weiterhin keine Gäste empfangen. Auch im Bundesstaat South Australia mit der Grossstadt Adelaide ist die Lage wieder unter Kontrolle: Die vor einer Woche verhängten Beschränkungen enden hier ebenfalls am Mittwoch. Sydney bleibt hingegen nach einem guten Monat weiter im Lockdown.

Bisher ist Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern wegen der extrem strikten Regeln erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie. Landesweit wurden rund 33 000 Fälle bestätigt. 918 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Die Grenzen sind schon seit März 2020 weitgehend geschlossen.

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07:10

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 29'689 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der niedrigste Wert seit dem 17. März. Insgesamt wurden rund 31,44 Millionen Ansteckungsfälle registriert, weltweit weisen nur die USA mehr Infektionen auf. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt in Indien um 415 auf 421'832.

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06:35

Spanien und die Niederlande sind seit Mitternacht als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Einreise von dort nach Deutschland zusätzliche Auflagen. Mit der Entscheidung vom Freitag hatte die Bundesregierung auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern reagiert. Die USA kündigten unterdessen am Montag an, die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufzuheben.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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06:15

Wegen der steigenden Infektionszahlen wird in der Schweiz über eine Ausweitung von Zutrittsberechtigungen mit dem Covid-Zertifikat diskutiert. Auch Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, findet, man müsse darüber nachdenken, ob das Zertifikat auch für Restaurants, Fitnesscenter oder Spitäler gelten soll.

Während die Grünen grundsätzlich offen für diesen Vorschlag sind und die SP und die Mitte die Ausweitung des Zertifikats für prüfenswert halten, tönt es bei der FDP zurückhaltender: Vize-Fraktionschef Andrea Caroni würde am liebsten alle Massnahmen abschaffen. Und komplett gegen das Covid-Zertifikat ist Thomas Aeschi, Fraktionschef der SVP.

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06:10

In der Türkei ist die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Neuinfektionen am Montag auf mehr als 16'000 Fälle angestiegen. Das ist der höchste Stand seit Anfang Mai, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Türkei hatte Anfang Juli alle Corona-Ausgangsbeschränkungen mit der Sommersaison aufgehoben. Seitdem steigen die Fallzahlen wieder. Die Türkei setzt die Impfstoffe Sinovac und Biontech/Pfizer ein. Etwa 47 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Der Anteil der ansteckenderen Delta-Variante steigt auch in der Türkei.

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05:55

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 1545 neue Positiv-Tests für Deutschland. Das sind 362 mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 1183 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 14,5 von 14,3 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100'000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 38 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91'565. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,75 Millionen Corona-Tests positiv aus.

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01:00

Die deutsche Bundesregierung bereitet einem Medienbericht zufolge eine erhebliche Verschärfung der Corona-Reiseauflagen vor. Das Gesundheitsministerium will "eine schnellstmögliche Ausweitung der Test-Pflichten bei Einreise", berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagausgaben) laut Vorabbericht. Bisher müssen Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten einen negativen Corona-Test vorlegen – es sei denn, sie sind vollständig geimpft oder genesen. Künftig will Minister Jens Spahn (CDU) einen Test offenbar unabhängig davon verlangen, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln die Reisenden nach Deutschland kommen, heisst es in dem Bericht. "Die Abstimmung in der Regierung dazu läuft", erklärt eine Sprecherin des Ministeriums. Wie die Zeitungen weiter berichten, sträubt sich bisher im Kabinett vor allem Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gegen die Pläne, weil die umfassende Testpflicht unverhältnismässig sei.

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00:30

Mediziner rechnen bei einer vierten Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen als in der jüngsten Hochphase, sehen aber für Kinder aufgrund der langen Isolation zusätzlich die Gefahr mangelnder Abwehr anderer Krankheiten. "Ich bin mir sicher, dass die Zahlen der Patienten auf den Intensivstationen und in den Krankenhäusern bei einer vierten Welle nicht so hoch sein werden wie bei der dritten Welle. Aber es ist noch nicht vorbei", sagt Stefan Kluge, Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), dem Redaktionsnetzwerk (RND, Dienstag). Das Virus sei in seiner Delta-Variante viel ansteckender als noch vor einem Jahr, weshalb auch nicht alle Regeln - wie etwa das Maskentragen in Supermärkten - aufgehoben werden sollten. "Eine zusätzliche Befürchtung ist, dass es zu einem Nachholeffekt anderer Krankheiten kommt. Aus Grossbritannien und den Niederlanden gibt es dazu Berichte, dass sich besonders mehr kleine Kinder als in anderen Jahren mit dem RSV, dem respiratorischen Syncytial-Virus, infizieren", sagt die Leiterin der Klinischen Epidemiologie am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Berit Lange. Kämen dazu noch steigende Corona- und Influenza-Infektionen, könne es hier wieder zu Überlastungen des Gesundheitssystems kommen.

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Beim Klick auf die Karte erscheint die Übersicht zur weltweiten Entwicklung der Johns Hopkins University.

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(cash/Bloomberg/Reuters/AWP)