+++Coronavirus-Update+++ - Corona: Berset sagt nächsten Lockerungsschritt ab - BAG meldet 771 neue Fälle - Tiefe Impfquote gefährdet Übergang zur «Normalisierungsphase» in der Schweiz - US-Gesundheitsbehörde empfiehlt auch Geimpften Maskentragen in Innenräumen

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
28.07.2021 20:27
Alain Berset, Bundesrat und Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern.
Alain Berset, Bundesrat und Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern.
Bild: IMAGO / Xinhua

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Das Coronavirus-Update vom Donnerstag, den 29. Juli, finden Sie hier.

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18:55

Am 11. August wird der Bundesrat über den nächsten Öffnungsschritt beraten. Nun ist aber klar, dass es dann nicht zu weiteren Lockerungen kommen wird. Das machte Gesundheitsminister Alain Berset (49) am Mittwoch auf Twitter bekannt. Die Lage sei zwar gut, es gebe aber eine "negative Dynamik", so der SP-Bundesrat. "Wir verfolgen die Entwicklung sehr eng. Vorerst keine Konsultation zur Massnahmen-Anpassung."

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18:05

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, ordnet an, dass alle Bediensteten im Gesundheitswesen, die Kontakt mit Kranken haben, geimpft sein müssen. Für alle Angestellten des Bundesstaates gilt künftig, dass sie entweder geimpft oder getestet sein müssen.

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17:40

Nach Wochen mit hohen Infektionsraten registrieren die Niederlande nun eine deutliche Trendwende. Am Mittwoch wurden 3513 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet, fast 500 weniger als am Vortag und der niedrigste Wert seit drei Wochen, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mitteilte. In den vergangenen sieben Tagen ging demnach die Zahl der positiven Testresultate im Vergleich zur Vorwoche um fast 50 Prozent zurück. Als Grund für den rückläufigen Trend nennen die Behörden die Verschärfung der Massnahmen wie das vorläufige Ende des Nachtlebens.

Die vollständige Meldung finden Sie hier.

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16:40

Vollständig geimpfte Besucher aus der EU und den USA dürfen ab dem 2. August ohne Quarantäne wieder nach England einreisen. Dies kündigt der britische Verkehrsminister Grant Shapps an. Die Quarantäneausnahme soll nur für diejenigen gelten, die einen in den USA oder EU zugelassenen Impfstoff erhalten haben. Die Tourismusbranche hat der Regierung vorgeworfen, die Einreisebeschränkungen zu langsam zu lockern.

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14:15

Angesichts neuer Rekordwerte bei der Zahl der Neuinfektionen richtet Thailand auf dem Flughafen Bangkok ein Not-Lazarett mit 1800 Betten ein. Die Zahl der Fälle werde noch weiter steigen, sagt der zuständige medizinische Direktor Rienthong Nanna der Nachrichtenagentur Reuters. Thailand verzeichnete zuletzt 16'533 Neuinfektionen, ein Rekord. In dem Land mit mehr als 66 Millionen Menschen sind bislang nur 5,6 Prozent komplett geimpft.

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14:00

Bei Pfizer sprudeln die Einnahmen mit dem Covid-19-Impfstoff. Der börsenkotierte US-Pharmakonzern erwartet nun in diesem Jahr einen Umsatz alleine mit dem Impfstoff, den das Unternehmen zusammen mit dem deutschen Biotechunternehmen Biontech entwickelt hat, von 33,5 Milliarden Dollar.

Diese Schätzung basiere auf den derzeit unterzeichneten Lieferverträgen über rund 2,1 Milliarden Impfdosen für 2021, teilte Pfizer am Mittwoch mit. Insgesamt wollen Pfizer und Biontech in diesem Jahr drei Milliarden Dosen des Impfstoffs herstellen. Im Mai hatte Pfizer noch einen Umsatz mit dem Vakzin von 26 Milliarden Dollar prognostiziert. Seitdem haben die Partner weitere Lieferverträge abgeschlossen. 

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13:35

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 771 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies geht aus den heute Mittwoch veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.

Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 717. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 718, vor einer Woche bei 606.

Zudem wurden 17 neue Spitaleinweisungen und 3 neue Todesfälle gemeldet.

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12:50

Norwegen verschiebt zum zweiten Mal die vierte und letzte Stufe im Öffnungsplan. Nun werde Mitte August erneut beraten, ob weitere Lockerungen möglich seien, sagt Gesundheitsminister Bent Höie. Damit sind weiterhin unter anderem private Versammlungen nur bis zwanzig Menschen erlaubt. Im April hatte die Regierung einen Vier-Stufen-Plan bekanntgegeben, um die Corona-Beschränkungen schrittweise aufzuheben.

Bis Mitte Juni wurden die drei ersten Lockerungsstufen umgesetzt. Bislang haben 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung eine erste Impfung erhalten, 41 Prozent sind vollständig geimpft.

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12:30

Weltweit haben sich mehr als 195,51 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,34 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus.

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10:40

In der Olympia-Stadt Tokio steigen die Corona-Infektionen weiter deutlich an. Am Mittwoch seien 3177 Neuinfektionen erfasst worden, teilen die Behörden der Stadt mit. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie und der zweite Tag in Folge mit einem Rekord. Erstmals liegt die Zahl über 3000. Am Dienstag waren es 2848 und am Montag 1429 neue Fälle.

Die Gouverneure von drei Präfekturen rund um Tokio wollen wegen der Ausbreitung des Virus den Ausnahmezustand ausrufen und die Regierung am Donnerstag um eine entsprechende Genehmigung bitten. Der Notstand in Tokio selbst gilt bis 22. August und damit über die Olympischen Spiele hinaus. Unter den Athleten, Betreuern und Mitarbeitern gab es bislang insgesamt 169 Fälle, darunter 16 neue am Mittwoch.

 

 

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09:40

Eine zweite Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs Vaxzevria führt einer Studie zufolge zu keinem erhöhten Risiko seltener Blutgerinnsel. Nach den im Fachmagazin "Lancet" veröffentlichten Daten traten je einer Million Geimpfte 2,3 Fälle sogenannter TTS-Thrombosen auf. Dies sei vergleichbar mit der Fallzahl bei ungeimpften Personen. Nach der ersten Dosis wurde noch eine Rate von 8,1 Fällen je eine Million Geimpfte festgestellt.

"Sofern nach der ersten Dosis kein TTS festgestellt wurde, sprechen diese Ergebnisse für die Verabreichung von zwei Dosen Vaxzevria", sagt AstraZeneca-Manager Mene Pangalos.

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08:30

Laut dem Taskforce-Mitglied Manfred Kopf wird die Schweiz eine Impfquote von 85 Prozent nicht erreichen, wie "20 Minuten" schreibt. Dies wäre etwas die Quote, bei der von einer Herdenimmunität gesprochen werden könnte. Derzeit sind 53,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung einmal geimpft, 46,8 Prozent haben auch die zweite Dosis schon bekommen. 

Vor diesem Hintergrund könnte die geplante "Normalisierungsphase" des Bundesrates in Gefahr kommen. Bisher hat der Plan bestanden, Beschränkungen im Alltag und der Wirtschaft weitgehend abzubauen, wenn alle Impfwilligen eine Impfung erhalten haben. Laut Kopf drohen bei einer niedrigen Impfquote weitere Überlastungen des Gesundheitssystems. 

Der Bundesrat plant, am 11. August weitere Entscheide zu fällen. 

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04:15

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 2768 neue Positiv-Tests in Deutschland. Das sind 565 mehr als am Mittwoch vor einer Woche, als 2203 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 15,0 von 14,5 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100'000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 21 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91'586. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,76 Millionen Corona-Tests positiv aus.

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01:50

In einer Verschärfung der Anfang des Monats herausgegebenen Richtlinien empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC künftig auch für vollständig Geimpfte das Maskentragen in geschlossenen Räumen. Hintergrund sei die Ausbreitung der Delta-Variante, teilt die Behörde mit. Ausserdem sollten nach Ansicht der CDC alle Schüler, Lehrer und Angestellte in Kindergärten und Schulen Masken tragen, unabhängig davon, ob sie geimpft sind. Die CDC-Empfehlungen sind Richtlinien, die Umsetzung obliegt den Bundesstaaten. Mindestens acht verbieten derzeit sogar das Tragen von Masken an Schulen.

US-Präsident Joe Biden will einem Medienbericht zufolge Bundesbedienstete und Auftragnehmer der Regierung verpflichten, sich impfen oder regelmässig testen zu lassen. Biden werde die Anforderung am Donnerstag bekanntgeben, berichtet der Sender CNN unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

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21:00

Der britische Premierminister Boris Johnson will einer Zeitung zufolge vollständig geimpfte Reisende aus der EU und den USA wieder ins Land lassen. Die Regelung könnte ab kommende Woche gelten, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Minister hätten Johnson zu dem Schritt gedrängt.

 

 

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20:10

Iran meldet als Teil einer fünften Welle 34'951 Neuinfektionen am Tag und damit den zweiten Rekordstand in Folge. Gesundheitsminister Said Namaki kritisiert im staatlichen Fernsehen eine mangelnde Umsetzung der Vorschriften: "Wenn die Gesundheitsvorgaben weiter so eingehalten wie jetzt, besteht wenig Hoffnung, dass wir aus der 'roten' Lage herauskommen." Den Behörden zufolge befolgen weniger als 40 Prozent der Bevölkerung die Vorschriften etwa zur Maskenpflicht. In dem Land mit 83 Millionen Menschen sind bislang nur 2,5 Millionen vollständig geimpft.

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13:30

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 853 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies geht aus den heute Dienstag veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor. Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 718. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 697, vor einer Woche bei 571. Zudem wurden 14 neue Spitaleinweisungen und 2 neue Todesfälle gemeldet.

Momentan ist einer der vier Richtwerte des Bundesrates für eine mögliche Verschärfung der Massnahmen überschritten. Die aktuellen Richtwerte gelten für die sogenannte Stabilisierungsphase, bis die gesamte impfwillige erwachsene Bevölkerung vollständig geimpft ist. Dies dürfte laut Bundesrat etwa Ende Juli der Fall sein.

Der gesellschaftliche Druck, sich impfen zu lassen, hat in den vergangenen Monaten in der Schweiz deutlich zugenommen. Eine ZHAW-Studie zeigt, dass jüngere Altersgruppen dabei mehr Druck verspüren als ältere.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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Beim Klick auf die Karte erscheint die Übersicht zur weltweiten Entwicklung der Johns Hopkins University.

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(cash/Bloomberg/Reuters/AWP)