+++Coronavirus-Update+++ - Corona: Tausende bei Demos gegen Covid-Massnahmen in der Schweiz und in Schweden - Coronavirus-Gratistests für alle ab Mitte März - Berset weist Öffnungs-Plan von Thurgauer Arzt ab - Homeoffice-Pflicht könnte für Test-Turbos fallen

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
06.03.2021 21:59
Mikroskopische Ansicht des Coronavirus.
Mikroskopische Ansicht des Coronavirus.
Bild: imago images / MiS

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Das Coronavirus-Update vom Sonntag, den 7. März, finden Sie hier.

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21:00

Aus Protest gegen die Coronavirus-Massnahmen sind am heutigen Samstag in der Schweiz tausende Menschen auf die Strasse gegangen. Am Samstag zogen mehr als 4000 Demonstranten schweigend durch die Stadt Chur. Einige der Menschen hielten Protest-Plakate mit Aufschriften wie "Stopp Diktatur" oder "Finger weg von unseren Kindern" in die Höhe.

Proteste gab es auch in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Dort haben Hunderte Menschen am Samstag ebenfalls gegen Corona-Massnahmen ihrer Regierung demonstriert. Nach Angaben der Polizei wurde ein Demonstrant festgenommen und ein Polizist leicht verletzt.

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18:15

Mit der grossen Testoffensive will der Bund die Corona-Fallzahlen drücken und die Öffnungsschritte begleiten. Um die Bevölkerung zum Mitmachen zu bewegen, soll es verschiedene Lockerungen bei der Quarantäne geben. Und testfreudige Betriebe könnten dereinst sogar von der Homeoffice-Pflicht verschont werden, wie blick.ch berichtet.

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16:30

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie soll es in Barcelona ein grosses Popkonzert mit 5000 Zuschauern geben. Die Eintrittskarten für den Auftritt der spanischen Indie Popband Love of Lesbian am 27. März waren binnen Stunden ausverkauft.

Bei dem Konzert in der für bis zu 24'000 Gästen ausgelegten Mehrzweckhalle "Palau de Sant Jordi" müssen die Fans erstmals keinen Sicherheitsabstand mehr halten. Allerdings gelten strenge Schutzmassnahmen.

So müssen alle, die überhaupt eine Eintrittskarte ergattert haben, am Tag des Konzerts in einem von drei speziellen Testzentren zwischen 08:00 Uhr und 16:00 Uhr einen Schnelltest machen, der negativ sein muss. Eingelassen werden nach Angaben der Veranstalter zudem nur registrierte Besucher im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die ein Smartphone mit mindestens iOS 11 oder Android 7 besitzen, um ein Programm für den Corona-Schnelltest herunterladen zu können. Die persönlichen Daten der Teilnehmer werden nach dem Konzert mit denen der Gesundheitsbehörden abgeglichen.

Beim Eintritt wird die Körpertemperatur gemessen und es werden FFP2-Masken verteilt werden, die während des Konzerts zu tragen sind. Für den Zuschauerbereich, der in drei Zonen unterteilt ist, soll es je eigene Eingänge, Barbereiche und Sanitäranlagen geben. Die Zuschauer dürfen dabei nicht von ihrer Zone in eine andere wechseln.

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14:40

Zwischen Oktober und Februar verzeichnete die Schweiz aufgrund der zweiten Corona-Welle eine deutliche Übersterblichkeit bei den über 65-Jährigen. Die Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, dass in dieser Zeitperiode 8400 Menschen mehr starben, als man statistisch hätte erwarten können.

In den ersten drei Februarwochen ist jedoch eine Untersterblichkeit zu beobachten. In der stark betroffenen Altersgruppe starben in den ersten drei Februarwochen weniger Menschen als in den Vergleichsjahren. In der Kalenderwoche sieben starben 200 Personen weniger, als die Statistiker erwartet hatten.

Im aktuellen Grippe-Bericht des Bundes heisst es, dass "die Hygiene- und Social Distancing-Massnahmen zur Reduktion der Covid-19 Übertragung haben wahrscheinlich eine Rolle bei der Reduktion der Grippeübertragung gespielt". So sei die Influenza-Aktivität auf der nördlichen Hemisphäre deutlich tiefer als für diese Jahreszeit üblich.

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13:15

Der Mediziner und Unternehmer Thomas Krech will die Schweiz in acht Tagen aus dem Lockdown hieven. Krech will das ganze Land zweimal durchtesten, und zwar innerhalb von fünf Tagen. Die Vorbereitung der Logistik, der Tests und der IT soll etwa zwei Wochen dauern. Laut Krech ist das Pharmaunternehmen Roche in der Lage, die benötigten Millionen von Antigen-Schnelltests zu liefern. Und die Post habe ihm bestätigt, dass sie als Logistikunternehmen die Verteilung in alle Haushalte organisieren könnte. Die Kosten veranschlagt Krech auf 400 Millionen Franken.

Sein mutiger Corona-Plan sorgt in der Schweiz für Aufregung  und wurde am Freitag in Bundesbern diskutiert, wie blick.ch berichtet. Doch an der Bundesratssitzung hatte sie aber einen mächtigen Gegenspieler: Gesundheitsminister Alain Berset. Der SP-Bundesrat setzt auf eine andere Schnelltest-Strategie, die 1 Milliarde Franken kostet.

Was Berset von der Idee des Thurgauers hält, sagte er am Freitag an der Pressekonferenz der Öffentlichkeit. Der Gesundheitsminister zerpflückte den Plan. "Es ist eine Illusion, das Problem damit aus der Welt zu schaffen", so Berset. Eine zu frühere Lockerung der Massnahmen berge die Gefahr, dass die Schweiz die Kontrolle verliere.

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12:55

Saudi-Arabien will einem Medienbericht zufolge die meisten Coronavirus-Beschränkungen am Sonntag aufheben. Die Menschen dürfen dann wieder in Restaurants essen, und auch die Kinos werden wieder geöffnet, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf einen Vertreter des Innenministeriums meldet. Auch andere Freizeit- und Unterhaltungsaktivitäten seien dann wieder möglich. Verboten blieben jedoch weiterhin unter anderem Hochzeiten und Zusammenkünfte in Firmen. Soziale Kontakte werden demnach weiterhin auf Treffen von maximal 20 Personen begrenzt.

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10:55

Ungarn meldet trotz Lockdown mit 7269 Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Das sind 14 Prozent mehr Fälle als am Freitag, wie die Behörden mitteilen. Das Land mit rund zehn Millionen Einwohnern weist eine der höchsten Infektions- und Todesraten weltweit auf. Zuletzt stiegen die Zahlen trotz eines Teil-Lockdowns rasant an. Dabei verwiesen die Gesundheitsbehörden auf eine Ausbreitung der britischen und südafrikanischen Mutanten, die als ansteckender gelten. Die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban spricht von einer "sehr starken dritten Welle" und verschärfte deswegen bereits kürzlich den seit Mitte November geltenden Lockdown. Nun müssen die meisten Geschäfte schliessen und auch die Grundschulen wechseln ins Homeschooling.

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09:00

In der Schweiz sollen sich ab Mitte März alle Menschen gratis auf das Coronavirus testen lassen können. Der Bundesrat plant eine massive Ausweitung seiner Teststrategie und will dafür eine weitere Milliarde Franken lockermachen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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08:50

Der Regionaldirektor der WHO für Europa, Hans Kluge, rechnet damit, dass die Corona-Pandemie in rund zehn Monaten zu Ende sein werde. Er gehe davon aus, dass 2021 ein weiteres Covid-Jahr werde, 2020 sei "Terra Incognita" gewesen. "Ein Jahr später wissen wir viel mehr. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Pandemie Anfang 2022 vorbei ist." Was nicht heisse, dass das Virus weg sei. "Aber hoffentlich braucht es dann keine der disruptiven Interventionen mehr", sagte er der "Welt".

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08:40

Der US-Pharmakonzern Merck & Co berichtet von positiven Studienergebnissen bei seinem Covid-19-Medikament Molnupiravir. Es sei eine schnellerer Virus-Rückgang bei Patienten in einem frühen Krankheitsverlauf festgestellt worden, teilt das Unternehmen mit. Die Ergebnisse der mittleren Studienphase seien vielversprechend, hiess es in der Mitteilung. Das Mittel, das Merck gemeinsam mit dem US-Unternehmen Ridgeback Bio entwickelt, wird derzeit in einer Phase-2/3-Studie getestet, die im Mai abgeschlossen werden soll. Der Konzern will sich bei Covid-19 nur noch auf Medikamente zur Behandlung der Krankheit konzentrieren, nachdem bei der Entwicklung eines Impfstoffes nicht die erhoffte Immunreaktion erreicht und das Programm im Januar eingestellt wurde.

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06:35

In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 65'275 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden damit rund 28,99 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Mindestens 1904 weitere Menschen starben in Verbindung mit dem Virus. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt damit auf 523'307. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Todeszahlen auf.

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05:20

In Deutschland steigt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz leicht auf 65,6 (Vortag:65,4 ), wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Der Wert gibt an, wie viele von 100'000 Einwohnern innerhalb einer Woche rechnerisch neu positiv getestet werden. Bund und Länder streben zunächst eine Inzidenz von 50 an. Öffnungen etwa des Einzelhandels werden aber erst in Aussicht gestellt, wenn der Wert 35 erreicht wird. Laut RKI wurden in 9557 neuen Fällen Menschen positiv auf Corona getestet. Ausserdem werden 300 weitere Fälle gemeldet, in denen Menschen starben, die positiv getestet wurden. Insgesamt gibt es 2'492'079 Infizierte und 71'804 die im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind.

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04:45

In Paraguay ist es wegen des Umgangs der Regierung mit der Corona-Krise zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein, Demonstranten brannten Barrikaden ab und warfen Steine. "Diese Gewalt macht keinen Sinn", sagte Innenminister Arnaldo Giuzzio im Fernsehkanal Telefuturo. In dem südamerikanischen Land haben die Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. Die Krankenhäuser sind am Rande des Zusammenbruchs. Bisher wurden weniger als 0,1 Prozent der Bevölkerung geimpft. Am Freitagmorgen musste bereits der Gesundheitsminister zurücktreten. Die Regierung hat versprochen mehr Medikamente und Impfstoffe zu besorgen.

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23:30

Eine von der Regierung eingesetzte Expertengruppe hält laut Insidern 3000 Corona-Tote pro Tag in Brasilien für möglich. Sollten keine ernsthaften Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie in dem südamerikanischen Land ergriffen werden, sei dieses Szenario möglich, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. In den vergangenen 14 Tagen starben durchschnittlich täglich rund 1250 Menschen an oder mit dem Virus. Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps. Brasilien ist weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

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23:10

Weltweit haben sich über 115,92 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind mehr als 2,70 Millionen, wie eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit über 28,93 Millionen Infektionen und 521'403 Toten.

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19:30

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt angesichts der Verfügbarkeit von Impfstoffen vor Nachlässigkeiten im Kampf gegen das Coronavirus. "Wir denken, wir haben es überstanden. Haben wir nicht", sagt WHO-Experte Mark Ryan. "Länder werden in eine dritte und eine vierte Welle reingezogen, wenn wir nicht vorsichtig sind."

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(cash/Reuters/AWP/Bloomberg)