+++Coronavirus-Update+++ - Coronavirus: BAG meldet 274 neue Ansteckungen in der Schweiz - Grossanlässe mit über 1000 Personen ab Oktober wieder möglich - Statt Applaus viel Kritik für Russlands Covid-Impfstoff

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12.08.2020 18:49
Die Bundesräte - v.l. - Guy Parmelin, Simonetta Sommaruga und Alain Berset vor den Medien in Bern. Ganz rechts Bundesratssprecher André Simonazzi.
Die Bundesräte - v.l. - Guy Parmelin, Simonetta Sommaruga und Alain Berset vor den Medien in Bern. Ganz rechts Bundesratssprecher André Simonazzi.
Bild: Screenshot Youtube

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Das Coronavirus-Update vom Donnerstag 13. August finden Sie hier.

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18:45

Den Wettlauf um die erste Zulassung eines Corona-Impfstoffs hat Russland für sich entschieden - doch statt Jubel gibt es weltweit viel Kritik. Wirksamkeit und Sicherheit seien wegen der nicht abgeschlossenen dritten Testphase nicht zu beurteilen und der Impfstoff damit eine potenzielle Gefahr für die Bevölkerung, bemängeln Experten weltweit. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagierte zurückhaltend auf den vermeintlichen Erfolg. Die Forschung an einem Impfstoff solle in jedem Entwicklungsschritt gemäss bewährter Prozesse vonstattengehen, um sicherzustellen, dass der Impfstoff sicher und effektiv ist.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag die Zulassung des Impfstoffs "Sputnik V" zur breiten Verwendung in der Bevölkerung bekanntgegeben. Sie erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse sogenannter Phase-III-Studien - ein Vorgehen, das dem international üblichen Ablauf widerspricht. Weder die Wirksamkeit noch die Nebenwirkungen lassen sich derzeit fundiert beurteilen.

"Dass die Russen solche Massnahmen und Schritte überspringen, beunruhigt unsere Gemeinschaft von Impfwissenschaftlern", sagte Peter Hotez vom Baylor College of Medicine in Houston (Texas) dem Fachjournal "Nature". "Wenn sie es falsch machen, könnte das gesamte globale Vorhaben untergraben werden." Eine Massenimpfung mit einem nicht ausreichend getesteten Impfstoff sei unethisch, kritisierte Francois Balloux vom University College London.

Zum ausführlichen Bericht geht es hier.

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18:20

Mit 700 Millionen Franken will der Bundesrat die Einnahmenausfälle abfedern, die der öffentliche Verkehr und der Bahn-Güterverkehr wegen Covid-19 verkraften müssen. Er hat die Botschaft am Mittwoch dem Parlament zugestellt.

Weil der Bundesrat empfohlen hatte, während des Corona-Lockdowns im Frühling möglichst zu Hause zu bleiben, sank die Nachfrage im öffentlichen Verkehr um bis zu 80 Prozent. Da viele Betriebe schliessen mussten, verzeichneten die Bahnen auch im Güterverkehr einen starken Rückgang, wie der Bundesrat festhält.

Die Vorlage zur Unterstützung des öffentlichen Verkehrs hatte das Parlament bestellt. Es hatte eine Motion der Verkehrskommission des Nationalrat überwiesen.

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16:10

Das Verbot für Grossanlässe mit über 1000 Personen bleibe bis Ende September bestehen, sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Medien in Bern. Sport- oder Kulturanlässe oder religiöse Veranstaltungen dieser Grösse sind in der Schweiz erst ab dem 1. Oktober wieder möglich.

Der Bund und die Kantone verlängern das Verbot damit um einen Monat. Zuletzt wurden wieder 274 Fälle von Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden registriert. Die Landesregierung mahnt weiter zur Vorsicht, bestreitet aber, dass der Entscheid mit den steigenden Fallzahlen zusammenhänge. Bundesrat Alain Berset sagte, die Lage sei nicht wie im vergangenen März, denn die Zahlen "explodierten" nicht. 

Die Beschlüsse des Bundesrates und der Kantone im Detail:

  • Laut Innenminister Berset werden ab dem 1. Oktober Grossveranstaltungen sowohl im Freien als auch in Gebäuden möglich sein. Es komme aber auf die Details an. Neben "strengen" Schutzmassnahmen müssen Veranstalter vorgängig eine Bewilligung des jeweiligen Kantons einholen. Dazu will der Bund mit den Kantonen in den nächsten zwei Wochen einheitliche Kriterien erarbeiten. Für eine Bewilligung müssen die Kantone ihre epidemiologische Lage sowie ihre Kapazitäten für das Contact Tracing berücksichtigen. Ein Öffnungsschritt war reihum von Sportvereinen und Kulturveranstaltern verlangt worden. Gemäss Bundesrätin Sommaruga wollte die Mehrheit der Gesundheitsdirektoren der Kantone bis Ende Jahr warten. 
  • Des weiteren will der Bundesrat mit 700 Millionen Franken die Einnahmenausfälle abfedern, die der öffentliche Verkehr und der Bahn-Güterverkehr wegen Covid-19 verkraften müssen. Er hat die Botschaft am Mittwoch dem Parlament zugestellt. Weil der Bundesrat empfohlen hatte, während des Corona-Lockdowns im Frühling möglichst zu Hause zu bleiben, sank die Nachfrage im öffentlichen Verkehr um bis zu 80 Prozent.
  • Ab Mitte August muss auch in Flugzeugen eine Maske getragen werden. Die Massnahme betrifft alle Linien- und Charterflüge, die in der Schweiz starten oder landen, unabhängig von der Fluggesellschaft. Bereits seit dem 6. Juli gilt im öffentlichen Verkehr eine Maskentragpflicht.
  • Der Bundesrat entschied zudem, dass ausländische Diplomatinnen und Diplomaten von der Quarantänepflicht befreit sind, wenn ihre Einreise für die Funktionsfähigkeit der Botschaften notwendig ist. Schweizer Diplomatinnen und Diplomaten sind neu ebenfalls für notwendige dienstliche Tätigkeiten von der Quarantäne befreit.
  • Schliesslich beantragt der Bundesrat einen weiteren Nachtragskredit von 31,6 Millionen Franken für das Jahr 2020. Das Geld soll etwa für die Kampagnenarbeit des Bundesamts für Gesundheit (BAG), den Betrieb der Hotlines oder die Entwicklung der Corona-App eingesetzt werden. Über diesen und weitere Kredite entscheidet das Parlament in der Herbstsession.

Die Medienkonferenz der Bundesräte Simonetta Sommaruga, Alain Berset und Guy Parmelin sowie Stefan Kuster vom Gesundheit BAG und Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco kann hier in der Wiederholung angeschaut werden: 

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12:25

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 274 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet worden. Am Dienstag waren es 187, am Montag 105, am Sonntag 152 und am Samstag 182 gewesen.

Die Zahl von 274 ist der höchste Stand seit dem 20. April. Damals wurden 277 täglich erfasste neue Fälle gemeldet.

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11:00

Der Luzerner Uhrenhändler Bucherer baut wegen der Corona-Krise 370 von 2400 Stellen weltweit ab. 220 Arbeitsplätze sollen in der Schweiz wegfallen, davon bis zu 170 in Luzern, wie Bucherer am Mittwoch mitteilte.

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10:30

Die belgische Hauptstadt Brüssel mit ihren rund 1,2 Millionen Einwohnern verhängt eine Maskenpflicht für den gesamten öffentlichen Raum. Alle Menschen müssten ab sofort etwa in Parks und auf der Strasse, aber auch in privaten Räumen, die für die Öffentlichkeit zugänglich seien, Mund und Nase bedecken, teilen die Behörden mit. Bislang war dies nur auf viel besuchten öffentlichen Plätzen und in geschlossenen Gebäuden wie etwa Supermärkten vorgeschrieben. Brüssel gehört damit zu den Hauptstädten in Europa mit den strengsten Corona-Regeln. Ausgenommen von der neuen Maskenpflicht sind Kinder im Alter von unter zwölf Jahren und Sporttreibende.

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10:15

In China ist es schon lseit längerem gang und gäbe, in Norditalien kennen es etwa Kunden des Sportartikeldiscounters Decathlon oder der Supermarktkette MD: Fiebermessen am Eingang der Gebäude. Das Fieber-Screening ist nun auch in der Schweiz auf dem Vormarsch, wie die NZZ schreibtInfrarot-Wärmebild-Systeme seien gegenwärtig stark gefragt. So konnte die Firma Interha mehrere Anlagen an Schweizer Grossmetzgereien vermitteln. Die Firma Aptex mit Sitz in Zürich erhalte täglich Anfragen für Fieber-Screening-Anlagen, die meisten davon von Unternehmen, die die Körpertemperatur ihrer Angestellten messen wollen.

Mitarbeiter und Besucher bei Unilever Schweiz an den Standorten Thayngen und Steinhausen müssen sich laut NZZ bereits einer Messung unterziehen. Die Pilatus-Flugzeugwerke in Stans nehmen am Mittwoch eine Anlage in Betrieb, die die Körpertemperatur sämtlicher 2200 Mitarbeiter beim Eintritt auf das Firmengelände automatisch misst.

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10:00

Die Zahl der Virus-Infektionen in Russland steigt nach Angaben der Behörden um 5102 auf 902'701. Dies ist die vierthöchste Gesamtzahl weltweit. Die Zahl der Toten legt um 129 auf 15'260 zu.

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08:30

Die Behörden in der chinesischen Provinz Hubei haben nach eigenen Angaben eine Person positiv auf Covid-19 getestet, die vor Monaten nach einer Infektion als geheilt gegolten hatte. Die 68-Jährige sei nun in Quarantäne. Tests hätten gezeigt, dass alle ihre Kontaktpersonen nicht infiziert seien. In Wuhan, der Hauptstadt der Provinz, war das neuartige Coronavirus Ende 2019 erstmals nachgewiesen worden.

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06:15

Der Bundesrat entscheidet am Mittwoch an seiner ersten Sitzung nach den Sommerferien über das Verbot von Grossanlässen. Die vier SVP- und FDP-Bundesräte werden sich offenbar für eine Lockerung per Ende August starkmachen, wie blick.ch schreibt. Gesundheitsminister Alain Berset ist zurückgekrebst. Er will die 1000er-Grenze angeblich zumindest bis Ende September aufrechterhalten. Als wahrscheinlichste Variante wird nun genannt, dass die Lockerung auf Ende August kommt und der Bund die Kantone in die Pflicht nimmt. Sie sollen Anlässe genehmigen oder untersagen. Womit wieder ein kantonaler Flickenteppich droht.

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06:00

In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle nach Angaben des Robert-Koch-Instituts um 1226 auf 218'519 gestiegen. Die Zahl der Toten legte demnach um sechs auf 9207 zu.

Eine Übersicht zu den Coronavirus-Fällen weltweit gibt es bei der Johns Hopkins Unversität.

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05:30

Angesichts der ersten Coronafälle seit mehr als drei Monaten in Neuseeland verschärft die Regierung Vorkehrungen zur Eindämmung des Virus. In der Millionenmetropole Auckland etwa müssen Bewohner wieder zu Hause bleiben, sofern sie nicht notwendige Reisen unternehmen müssen. Rund um die Stadt errichtete die Polizei Strassensperren. Für den Rest des Landes wurden nicht ganz so strikte Regeln angeordnet, aber auch hier sollen diverse Einschränkungen vorerst bis Freitag in Kraft bleiben. 

Bei vier Familienmitgliedern war das Virus festgestellt worden. Die Behörden können sich die Infektionen nach eigenen Angaben bislang nicht erklären. Die Familie habe keine Auslandsreisen unternommen und seit 102 Tagen sei in Neuseeland keine lokale Übertragung des Virus festgestellt worden. Womöglich sei das Virus mit Frachtgütern ins Land gekommen. 

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05:30

Die Zahl der Corona-Toten in Argentinien hat nach Angaben der Regierung inzwischen die Marke von 5000 übersprungen. Insgesamt seien 5004 Menschen im Zusammenhang mit einer Virus-Erkrankung gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen sei um 7043 auf 260'911 gestiegen.

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04:00

Der australische Bundesstaat Victoria meldet 21 neue Todesfälle und 410 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Noch nie starben in dem Bundesstaat mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl des Landes so viele Menschen innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung.

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03:00

Facebook hat seit April mehr als sieben Millionen Beiträge mit Informationen zum Corona-Virus gelöscht, die dem Online-Netzwerk zufolge die Gesundheit von Menschen gefährden könnten. Rund 98 Millionen weniger gefährliche Inhalte mit zweifelhaften Informationen seien mit Warnhinweisen versehen worden. Facebook fährt seit einiger Zeit einen härteren Kurs gegenüber potenziell gefährlichen Informationen, etwa zu angeblichen Corona-Behandlungen. Dabei geriet der Konzern auch mit US-Präsident Donald Trump aneinander.

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01:00

Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump eine Vereinbarung mit dem Biotechkonzern Moderna zum Erwerb von 100 Millionen Dosen eines potenziellen Corona-Impfstoffs geschlossen. Das teilt er in Washington auf einer Pressekonferenz mit. Bei Modernas Impfstoffkandidat läuft eine entscheidende Wirksamkeitsstudie der Phase III mit 30'000 Teilnehmern. Getestet wird in 30 US-Bundesstaaten. Die US-Regierung unterstützt das Projekt finanziell.

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(cash/Reuters/Bloomberg/SDA/AWP)