Devisen - Dollar-Franken nähert sich wieder der Parität

Dollar und Franken sind wieder nahezu gleich viel wert. Im Hintergrund wirken die steigenden Zinsen in den USA.
05.10.2018 13:17
Von Marc Forster
Ein Mann hält ein Bündel Dollar-Noten.
Ein Mann hält ein Bündel Dollar-Noten.
Bild: 401(K) 2012

Der Kurs Dollar-Franken stand vor einer Woche noch bei 0.9808. Seitdem ist der Kurs nach oben gegangen. Bei momentan 0.9940 bewegt sich das Wechselverhältnis der amerikanischen und der Schweizer Währung auf die Parität zu. Zuletzt hatte die Finanzmärkte die beiden Währungen Mitte Juli auf den Gleichstand gehandelt.

Ob Franken und Dollar bald 1:1 gewechselt werden, ist aber nicht sicher. Die Drei-Monats-Prognose der Zürcher Kantonalbank etwa geht nach wie vor einem einem Kurs bei 0.99 aus.

Der Kurs Dollar-Franken in den vergangenen 12 Monaten (Chart: cash.ch)

Der weitere Anstieg der Leitzinsen, wie sie die US-Notenbank Federal Reserve festsetzt, stützt den Dollar. Am 26. September erhöhte die Fed den Leitzins von 2 auf 2,25 Prozent, während sie in der Schweiz bereits seit bald vier Jahren mit -0,75 Prozent negativ sind, ohne Anzeichen, dass sich an diesem Niveau demnächst etwas ändert. Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell von gestern deuten darauf hin, dass die Fed den Zinsansteig konsequent vorantreiben will.

Im Zusammenhang mit den Dollarkursen stehen auch die Treasuries. Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen der USA – eine der wichtigsten Marktkennzahlen der Welt – sind zur Monatsmitte im September über die Marke von 3 Prozent gestiegen. Ausgehend vom vergangenen Mittwoch erfolgte ein weiterer Sprung auf das Niveau um 3,2 Prozent.

US-Wirtschaft läuft gut

Die steigenden Zinsen spiegelten die risikoscheue Haltung auf den weltweiten Finanzmärkten, sagt Mark Dowding, Marktanalyst beim Londoner Vermögensverwalter Blue Bay Asset Management. "Eine weitere Bewegung hin zu höheren Renditen ist gut unterstützt und kann noch gut weiterlaufen", schreibt Dowding in einem Kommentar.

Der Handelskonflikt vor allem mit China setzt der US-Wirtschaft bisher wenig zu – vielmehr ist China der Leittragende, oder vielmehr der dortige Aktienmarkt. In den USA wächst die Konjunktur immer noch mit knapp 3 Prozent. "Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt im Zusammenhang mit den steigenden Vermögenspreisen der letzten Jahre unterstützt die private Nachfrage" schreibt Anastassios Frangulidis, Chefstratege der Bank Pictet, in einem Marktbericht.

Einzig im Immobilien- und Autobereich seien Zeichen der Schwäche erkennbar. Diese zinssensitiven Sektoren sind die ersten, welche die restriktivere Haltung der US-Geldpolitik spüren.