Finma drängt Banken zu Rückstellungen

Die Basler Kantonalbank leistet Pionierarbeit und bildet Rückstellungen für den US-Steuerstreit. Weitere Banken dürften diesem Beispiel folgen. Dahinter steckt angeblich die Finma.
20.12.2013 08:34
Von Lorenz Burkhalter
Auch Julius Bär könnte dem Druck der Finma nachgeben.
Auch Julius Bär könnte dem Druck der Finma nachgeben.
Bild: Bloomberg

Seit Donnerstag ist bekannt, dass die Basler Kantonalbank im Zusammenhang mit der laufenden Untersuchung des US-Justizdepartements Rückstellungen im Gegenwert von 100 Millionen Franken gebildet hat. In der Pressemitteilung nimmt das Institut kein Blatt vor den Mund: Man sei mit den Rückstellungen einer Aufforderung der Finanzmarktaufsicht Finma nachgekommen.

Und tatsächlich gibt es weitere Anhaltspunkte dafür, dass die Finma die im Steuerstreit mit den USA in die Kategorie 1 und 2 fallenden Banken zu Rückstellungen drängt. So will es auch das «Wall Street Journal» wissen, unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Es darf deshalb angenommen werden, dass das Beispiel der Basler Kantonalbank bei den übrigen Banken Schule machen wird. Denn das nahende Jahresende bietet sich für die Bildung von Rückstellungen geradezu an.

Sind die Markterwartungen für die Kosten zu tief?

In einem Kommentar greift der Bankenanalyst der UBS die jüngsten Ereignisse auf. Nach dem Vorstoss der Basler Kantonalbank sieht er insbesondere bei Julius Bär und Credit Suisse Handlungsbedarf. Während die Grossbank für den Steuerstreit mit den USA schon vor Jahren 275 Millionen Franken zurückgestellt habe, verfüge Julius Bär noch über keine Rückstellungen.

Eigenen Angaben zufolge hielt die Basler Kantonalbank amerikanische Kundenvermögen im Umfang von rund 600 Millionen Franken. Die jetzt getätigten Rückstellungen entsprechen ziemlich genau 17 Prozent dieser Vermögenswerte.

Auf diese Zahlen kommt auch der Analyst der UBS. Er leitet davon ab, dass die Markterwartungen im US-Steuerstreit für viele Banken wohl zu tief angesetzt sind. Bei Julius Bär sei bisher von Vergleichszahlungen in niedriger dreistelliger Millionenhöhe und bei der Credit Suisse von solchen in höher dreistelliger Millionenhöhe die Rede gewesen. Vor dem Hintergrund der von der Basler Kantonalbank getätigten Rückstellungen seien diese Annahmen wohl um einige hundert Millionen Franken zu tief angesetzt.

Dennoch würde der Analyst begrüssen, wenn das Beispiel der Basler Kantonalbank Nachahmer finden würde. Er glaubt, dass damit ein gewaltiger Unsicherheitsfaktor für die Aktien der betroffenen Banken wegfallen würden.