In der kommenden Woche beginnt bei den Vereinten Nationen in New York die Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Putin wird nicht daran teilnehmen, Aussenminister Sergej Lawrow vertritt Russland. Für die Ukraine ist eine Rede von Präsident Wolodymyr Selenskyj geplant - ob diese persönlich oder virtuell stattfindet, blieb zunächst unklar. Ukrainische Streitkräfte hatten zuletzt eine Gegenoffensive im Osten des Landes gestartet und Land von den Russen zurückerobert.

"Die Vollversammlung tritt in einer Zeit grosser Gefahr zusammen. Die geostrategischen Gräben sind so gross wie seit mindestens dem Kalten Krieg nicht mehr", sagte Guterres weiter. Die Vereinten Nationen hatten im Ukraine-Krieg zusammen mit der Türkei bereits erfolgreich zwischen Russland und der Ukraine verhandelt - vor allem bei dem Deal zur Ausfuhr von Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine über das Schwarze Meer.

Der Kreml teilte zu dem Telefonat mit, beide Seiten seien sich einig, dass das ukrainische Getreide vor allem in die ärmeren Länder Afrikas, Lateinamerikas und des Nahen Ostens geliefert werden sollte. Russland kritisiert, dass angeblich ein grosser Teil der Ausfuhren in Europa landet. Ein zweiter Moskauer Kritikpunkt ist, dass es immer noch Barrieren gegen russische Exporte von Getreide und Düngemitteln gebe. Guterres habe gesagt, dass an deren Abbau gearbeitet werde.

Die UN wollen den Ende Juli auf vier Monate abgeschlossenen Getreidedeal verlängern. Gleichzeitig mit der Einigung war damals eine Vereinbarung mit Russland über die Erleichterung der Ausfuhren von Getreide und Dünger unterzeichnet worden. Die beiden Abkommen sind formal eigenständig, werden aber als komplementär gesehen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte vergangene Woche damit gedroht, die Vereinbarung auch angesichts der eingeschränkten russischen Ausfuhren wieder platzen zu lassen.

Guterres liess am Mittwoch offen, ob Putin im Telefonat seine Drohung erneuert hatte. Der Generalsekretär betonte jedoch: "Bei Düngemitteln riskieren wir eine Marktkrise. Wir haben Nachrichten aus verschiedenen Teilen der Welt, wo die Anbauflächen viel kleiner sind als im vorherigen Zyklus". Dies bedeute ein Risiko, dass es 2023 eine ernste Nahrungsmittelknappheit geben könnte. Schon jetzt bestehe in mehreren Ländern der Welt eine "reale Gefahr mehrerer Hungersnöte"./scb/DP/jha

(AWP)