Dublins Zusage wurde von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vermittelt. Der irische Finanzminister Paschal Donohoe sagte, es handle sich um eine weitreichende Reform des weltweiten Steuerrahmenwerks. "Es ist die richtige Entscheidung. Es ist eine sensible und pragmatische Entscheidung."
In Irland sind Dutzende Unternehmen mit Hunderttausenden Beschäftigten von der Änderung betroffen. Die Regierung schätzt ihre Einbussen aufgrund der Steuererhöhung auf 800 Millionen bis 2 Milliarden Euro pro Jahr. In dem Land haben unter anderem mehrere digitale Grosskonzerne wegen der niedrigen Steuern einen Sitz.
Wie die "Financial Times" und der irische Sender RTÉ berichteten, strebt die OECD bei Gesprächen an diesem Freitag in Paris ein Ende der Verhandlungen an. Demnach hat auch Estland dem internationalen Druck nachgegeben. Das baltische EU- und Nato-Mitglied hatte sich wie Irland bisher gegen die Reform gestellt.
Die G20-Finanzminister hatten sich im Juli auf zwei Neuerungen geeinigt: International tätige Firmen sollen unabhängig von ihrem Sitz "mindestens" 15 Prozent Steuern zahlen. Zahlt ein Unternehmen mit seiner Tochterfirma im Ausland weniger Steuern, kann der Heimatstaat die Differenz einkassieren. Das soll verhindern, dass Gewinne in Steueroasen verlagert werden. Ausserdem sollen grosse Unternehmen nicht mehr nur in ihrem Mutterland besteuert werden, sondern auch da, wo sie gute Geschäfte machen./bvi/DP/nas
(AWP)