Laut der auf der Sotomo-Internetseite publizierten Studie finden 35 Prozent der 18- bis 35-Jährigen, die Schweiz verletze das Neutralitätsprinzip, weil sie im Grundsatz EU-Sanktionen gegen Russland übernommen habe. Bei den 55-Jährigen und älteren Personen sind es nur 22 Prozent.

Insgesamt finden 29 Prozent der Befragten, die Schweiz habe durch die Übernahme der Sanktionen ihre Neutralität verletzt. 12 Prozent finden "eher Ja", 10 Prozent "Eher nein" und 49 Prozent sind der Auffassung, die Neutralität werde nicht verletzt. Die Umfrage führte Sotomo im Auftrag des "SonntagsBlick" durch.

Angesprochen auf die unterschiedliche Haltung der Generationen sagt Sotomo-Geschäftsführer Michael Hermann, wer den kalten Krieg erlebt habe, habe einen anderen Zugang zu Russland. Die Sowjetunion sei damals ein Feindbild gewesen. Hermann bestätigte auf Anfrage von Keystone-SDA entsprechende Aussagen im "SonntagsBlick".

Hinzu komme, dass ältere Menschen eher traditionelle Medien nutzten, die sich mehrheitlich Ukraine-freundlich positionierten. Jüngere hingegen seien eher in sozialen Medien unterwegs, wodurch sie mit anderen, Russland-freundlichen Sichtweisen konfrontiert würden.

Lange Kriegsdauer erwartet

Weitere Umfrageresultate sind: Dass sich die Schweiz stärker für die Ukraine einsetzen sollte, finden wesentlich mehr Männer als Frauen. Männer befürworten auch eher, dass die Schweiz Leopard-Panzer an Deutschland und Polen verkaufen sollte, damit diese Länder eigene Leopard-Panzer der Ukraine liefern könnten.

37 Prozent der Befragten geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine länger als bis 2024 dauert. 13 Prozent der Befragten glauben, dass Russland die Ukraine einnimmt und 22 Prozent, dass die Ukrainer die Russen vertreiben. 58 Prozent glauben, dass die Situation - ohne klaren Sieger - festgefahren bleibt.

Hermann sieht in den Antworten auf 17 Fragen den Kurs des Bundesrats im Umgang mit dem Krieg in der Ukraine insgesamt bestätigt. Die Aussagen wurden vom 13. bis 16. Februar auf den Online-Medienportalen von Ringier erhoben. Etwas über 16'000 Antworten von Stimmberechtigten aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz wurden verwendet.

Die Resultate der Befragung sind laut Sotomo repräsentativ für die Stimmbevölkerung der deutsch- und französischsprachigen Schweiz.

(AWP)