Die meisten Russen haben keinen freien Zugang zu Informationen. Andere Meinungen als die des Kreml kommen in den Staatsmedien nicht vor. Das Staatsfernsehen - vor allem in der Provinz für viele immer noch die wichtigste Informationsquelle - berichtet ausschliesslich über eine "Operation" zur "Entmilitarisierung" und "Entnazifizierung" der Ukraine. Soziale Netzwerke wie Twitter, Instagram und Facebook sind verboten und blockiert.

Deshalb gelten die Zahlen über Zustimmung zu Putins Politik vor allem als Massstab dafür, wie effektiv die vom Kreml gesteuerte Propaganda funktioniert. Berichtet wird ausschliesslich von "Heldentaten" russischer Soldaten. Die vielfach von internationalen Organisationen beklagten Kriegsverbrechen werden von Moskau zurückgewiesen und ukrainischen Nationalisten zugeschrieben.

Im Kreml würden auch andere Ansichten wahrgenommen, versicherte Peskow. "Die Meinung wird gehört. Aber dennoch ist die Minderheit eben eine Minderheit." Proteste gegen den Krieg werden unterdrückt. Es gab nach Angaben von Bürgerrechtlern bisher mehr als 15'000 Festnahmen landesweit. Mitunter wurden Menschen abgeführt, die einfach nur ein weisses Blatt in den Händen hielten./mau/DP/mis

(AWP)