Das Reservekraftwerk in Birr steht bis im Frühjahr 2026 für die Überbrückung von allfälligen Strom-Engpässe zur Verfügung, wie das Bundesamt für Energie (BFE) am Montag mitteilte. Den Vertrag für die Anlage mit bis zu 250 Megawatt (MW) Leistung hatte der Bund im September 2022 mit GE Gas Power unterzeichnet.

Zusätzlicher Lärmschutz

Dass die Anlage rund einen Monat später in Betrieb geht als ursprünglich geplant, liegt an den Arbeiten für die Bereitstellung des Anschlusses an das Stromnetz, wie das BFE bereits im Februar bekannt gab. Ende Februar hätte das Kraftwerk erst mit zwei der acht Turbinen arbeiten können.

Ende Januar wurde die 20 Meter hohe Lärmschutzwand gebaut und Ende Februar wurde auch der Anschluss ans Stromnetz fertig, wie das Bundesamt für Energie (BFE) mitteilte. Die Tests für den Betrieb der Turbinen mit Diesel wurden inzwischen abgeschlossen. Der Betrieb mit Gas wird im April getestet.

Die Lärmschutzwand habe die Lärmbelastung der Anlage deutlich verringert, schrieb das BFE. Bis im kommenden Herbst sollen auch die Kamine der acht Turbinen massive Schalldämpfer erhalten. Die Standortgemeinde Birr erhält als finanzielle Abgeltung vier Millionen Franken. Das teilte der Kanton Aargau im Februar mit.

Zwei weitere Reservekraftwerke

Zwei weitere Reservekraftwerke, aber mit weit weniger Leistung als in Birr, hat der Bund in der Westschweiz unter Vertrag genommen. Es sind ein bestehendes thermisches Kraftwerk in Cornaux NE mit einer Leistung von bis zu 36 MW und das mit Erdgas betriebene Gas-Kombikraftwerk in Monthey VS.

Diese Anlage hat vorläufig eine Leistung von 40 MW. Ab kommendem September und nach der geplanten Revision der Dampfturbine sollen es dann rund 50 MW sein. Als thermische Reserve stehen zudem gepoolte Notstromgruppen mit einer Leistung von bisher rund 110 MW bereit, weniger als das im November 2022 genannte Ziel von 280 MW.

Reservekraftwerke und Notstromgruppen gehören zu den Massnahmen, die der Bundesrat gegen einen allfälligen Strommangel im Winter beschlossen hat. Weitere Massnahmen sind die Wasserkraftreserve, mehr Kapazitäten im Übertragungsnetz, der Rettungsschirm für systemkritische Stromunternehmen sowie die Energiesparkampagne.

(AWP)