Hunde, die bellen, beissen nicht. So will es zumindest der Volksmund. Ob das auch für den Handelsstreit zwischen den USA und China gilt, bleibt noch offen.
An den Aktienmärkten liegen die Nerven wegen dieser Angelegenheit jedoch seit Tagen blank. Denn artet der Handelsstreit zwischen den beiden Supermächten in einen Handelskrieg aus, gibt es keine Gewinner. Auch zahlreiche börsenkotierte Unternehmen aus der Schweiz wären dann betroffen.
Aus aktuellem Anlass greift Julius Bär dieses Thema in der Publikation "Research Weekly" auf. Die Autoren der Zürcher Bank beziffern die Wahrscheinlichkeit eines mit harten Bandagen geführten Handelskriegs zwischen den USA und China auf gerademal 20 Prozent. Folglich geben sie die Hoffnung noch nicht auf und rechnen mit einem weiteren guten Börsenjahr.
Auf die richtigen Titel zu setzen wird wichtiger
Allerdings stellen sich die beiden Autoren auf Querelen zwischen den beiden Supermächten ein. Diese wiederum dürften sowohl an den Finanzmärkten als auch beim Wirtschaftsumfeld zu stärkeren Schwankungen führen.
Anlegern rät man bei Julius Bär, in übertriebene Kursschwächen hinein bei Aktien selektiv Zukäufe zu tätigen. Dazu veröffentlicht sie eine 20 Namen starke Liste mit Schlüsselkaufempfehlungen. Die Liste umfasst so bekannte Vertreter wie die Softwarekonzerne SAP und Microsoft oder die Investitionsgüterhersteller Honeywell und Schneider Electric.

Eine Ausnahme bildet Lonza. Der Pharmazulieferer zählt vorwiegend Auftraggeber aus den USA zu seiner Kundschaft. Zudem fällt ein Grossteil des Jahresumsatzes in Dollar an. Dadurch, dass Lonza unter anderem in den USA produziert und die Wahrscheinlichkeit von Einfuhrzöllen auf Medikamente gering scheint, bleiben die Risiken aber überblickbar.
Ähnliche Qualitäten wie die drei genannten Schweizer Aktien weisen die des einstigen Monopolisten Swisscom, des Milchverarbeiters Emmi oder jene des Lebensversicherungskonzerns Swiss Life auf. Auch diese Unternehmen hätten im Falle eines Handelskriegs wohl nicht mit grossen Auswirkungen auf das Tagesgeschäft zu rechnen. Aber von einem allgemeinen Abwärtssog an der Börsen wären auch sicher sie teilweise betroffen.

