Häuser und Eigentumswohnungen sind in der Schweiz so teuer wie nie. Einfamilienhäuser wurden in dritten Quartal um 4,4 Prozent teurer, Stockwerkeigentum um 2 Prozent. In ihrer Studie zum Schweizer Immobilienmarkt publizieren die Raiffeisenbanken kürzlich Zahlen und Daten.

Dies sind die überraschendsten vier davon: 

1. Eine Minute weniger pendeln macht ein Haus 21'000 Franken teurer

Die Nähe zu Stadtzentren respektive zum Arbeitsplatz ist trotz der Homeoffice-Welle der Pandemie weiterhin ein Top-Argument fürs Wohnen. In Ballungsraum Zürich kostet jede Minute weniger Pendelzeit bei einem Einfamilienhaus 21'000 Franken mehr. Bei Eigentumswohnungen sind es 15'500 Franken. 

Je mehr gependelt wird, desto billiger wird es beim Wohneigentum (Grafiken: Raiffeisen).

2. Noch 13 Prozent der Immobilien kosten weniger als 500'000 Franken 

Noch 13 Prozent aller Immobilien, die im Internet angeboten werden, kosten maximal 500'000 Franken. 30 Prozent aller Wohneigentums-Objekte kosten unter 750'000 Franken. "Trotz Rekordpreisen gibt es in der Schweiz nach wie vor bezahlbare Einfamilienhäuser", schreibt Raiffeisen-Chefökonom und Immobilienexperte Martin Neff. Allerdings nicht an den Toplagen. "Häuser in Gemeinden mit unterdurchschnittlicher Standortqualität sind aber kaum gefragt. Der Markt spielt an den guten Lagen", so Martin Neff.

Das günstigste Wohneigentum gibt es unter anderem im Jura, dem Luzerner Hinterland, der Region Glarus oder im Tessiner Sopraceneri.

3. Der Boden wird intensiver genutzt

In einem so kleinen und dazu noch weitgegehend gebirgigen Land wie der Schweiz ist Boden ein knappes Gut. Der Trend beim Bau geht inzwischen klar in Richtung Verdichtung. Im Jahr 2000 waren noch 43 Prozent der Neubauten im Wohnbereich Einfamilienhäuser. 2020 betrug deren Anteil nur noch 11 Prozent. Etagenwohnungen und höhere und grössere Mehrfamilienhäuser führen dazu, dass mehr Wohnungen pro Gebäude gebaut werden. 2005 hatte ein Mehrfamilienhaus im Schnitt 5,7 Wohnungen, jetzt sind es 7,5.

Zur Verdichtung trägt aber auch bei, dass mehr Häuser umgebaut und erweitert werden. Zudem enthalten Häuser, die an der Stelle abgebrochener Bauten entstehen, mehr Wohnungen als ihre Vorgänger. 

 

— cash (@cashch) November 9, 2021

 

4. Airbnb ist wegen Corona nur noch auf dem Land ein Erfolg

"Kurzzeitvermietung" ist der Fachbegriff für das, was landläufig synonym mit der Plattform Airbnb benannt wird. Nach dem Hype der vergangenen Jahre ist wegen der Coronapandemie die Nachfrage nach Wohnungen für Kurzaufenthalte besonders in den grössten Schweizer Städten - Zürich, Basel, Bern, Genf und Lausanne - stark zurückgegangen. Es werden 40 Prozent weniger Unterkünfte angeboten als vor der Krise. In kleineren Städten beträgt der Rückgang 28 Prozent. 

In ländlichen Tourismusgebieten hingegen sank die Zahl der Angebote um nur 9 Prozent. Anbieterinnen und Anbieter von Kurzzeit-Unterkünften erwirtschaften in ländlichen Gebieten bessere Renditen. Raiffeisen errechnet eine Bruttorendite von 5 Prozent in Gegenden, in denen die Immobilienpreise tief sind, die aber gerne touristisch besucht werden.

Dieser cash-Artikel erschien zuerst am 10. November 2021.