ABB prüfe Akquisitionen von mehreren hundert Millionen US-Dollar und sei bereit, bei einem passenden Ziel auch grösser einzusteigen, so Voser. Mit Blick auf die 5 Milliarden Dollar Einnahmen aus dem Verkauf der Robotiksparte an Softbank sowie den Cashflow schloss er sogar mehrere grössere Transaktionen nicht aus.

Berichte über ein mögliches Gebot für den französischen Elektroausrüster Legrand wollte Voser nicht kommentieren. Er bezeichnete Deals in der Grössenordnung des Rekordkaufs des Motorenherstellers Baldor (4,2 Mrd Dollar) aber als wahrscheinlicheres Szenario. Künftige Zukäufe sollen sich auf Elektrifizierung, Antriebstechnik und Automatisierung konzentrieren.

Irankrieg belastet Weltwirtschaft

Direkte Auswirkungen des seit Ende Februar andauernden Nahostkonflikts spüre ABB bisher nicht. Der ehemalige Shell-CEO warnte jedoch: «Je länger sie andauert, desto mehr wird die Weltwirtschaft leiden». Mögliche Folgen seien Energieengpässe, steigende Preise und eine sinkende Investitionsnachfrage.

Selbst nach einem baldigen Ende des Konflikts bräuchten komplexe Energiesysteme Wochen zur Erholung. «Es wird ein oder zwei Monate dauern, bis das gesamte globale Energieversorgungssystem wieder voll funktionsfähig ist», sagte er.

Auffrischung des Verwaltungsrats

Schliesslich kündigte der seit 2015 amtierende Verwaltungsratspräsident Veränderungen im Verwaltungsrat an, die im kommenden Jahr beginnen sollen. Laut Reuters ebnet er damit den Weg für seinen möglichen Rücktritt im Jahr 2028.

Dann wird er 70 Jahre alt. «Irgendwann ist natürlich auch meine Zeit gekommen», sagte Voser.

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(AWP)