Nestlé steht laut einem Bericht der «Financial Times» (FT) kurz vor einer Einigung über den Teilverkauf seines europäischen Wassergeschäfts mit Marken wie Perrier und San Pellegrino. Demnach verhandelt der Nahrungsmittelkonzern mit der US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity über ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide Partner jeweils rund die Hälfte halten sollen.
Die beiden Seiten wollten den Vertrag möglichst noch vor der Vorlage der Nestlé-Halbjahreszahlen am Donnerstag abschliessen, schrieb die Zeitung online am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Deal würde das Geschäft gegen 5 Milliarden Franken bewerten und damit etwa so hoch, wie im Vorfeld erwartet wurde.
Nestlé hatte bereits 2024 angekündigt, sich vom Wassergeschäft trennen zu wollen. Die Sparte wurde im vergangenen Jahr organisatorisch ausgegliedert, Anfang 2026 bestätigte der Konzern den laufenden Verkaufsprozess. Platinum Equity sei nach dem Rückzug mehrerer Finanzinvestoren zuletzt als einziger Bieter übrig geblieben, berichtete die FT.
Der Verkauf gilt als komplex. Belastet wird das Geschäft unter anderem durch den Skandal um unzulässige Aufbereitungsmethoden bei Mineralwasser in Frankreich. Das Wassersegment steuerte im vergangenen Jahr rund 3,5 Milliarden Franken oder knapp 4 Prozent zum Konzernumsatz bei.
Der mögliche Teilverkauf ist Teil des Konzernumbaus unter dem neuen Nestlé-Chef Philipp Navratil. Nestlé will sich auf weniger Geschäftsfelder konzentrieren und sucht auch einen Käufer für Teile seines Vitamin- und Nahrungsergänzungsgeschäfts. Nestlé lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP ab, Platinum Equity äusserte sich laut FT zunächst nicht.
to/tt
(AWP)

