NATIONALBANK: Der Bundesrat plant laut «SonntagsBlick» im Mai eine Klausur zur USA-Politik mit Nationalbank-Direktor Martin Schlegel. Die Landesregierung halte US-Präsident Donald Trump für unberechenbar und wolle sich auf mögliche Szenarien vorbereiten, schrieb die Zeitung. Im Fokus stehe die Sorge, dass die USA den starken Franken ins Visier nehmen könnten. Washington beobachte die Schweizer Währungspolitik genau und sehe zwei von drei Kriterien für Währungsmanipulation als erfüllt an. Die Departemente sind nach Informationen der Zeitung aufgefordert, weitere Experten für die geplante Klausur vorzuschlagen. Bereits vor einem Jahr habe eine ähnliche Klausur stattgefunden, hiess es. Damals hätten unter anderem Blackrock-Vizepräsident und Ex-Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand und der ehemalige Botschafter in Washington, Martin Dahinden, teilgenommen. (SoBli, S. 27)

EU-PAKET: Das EU-Paket soll nach Ansicht mehrerer Politiker von SP bis FDP aufgeschnürt und an zwei verschiedenen Terminen dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden. Der Plan sieht laut der «SonntagsZeitung» vor, zuerst den Stabilisierungsteil mit den institutionellen Elementen zur Abstimmung zu bringen und später die drei neuen Abkommen in den Bereichen Strom, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. «Es ist zu komplex, um alles am gleichen Sonntag dem Volk vorzulegen», sagte FDP-Nationalrat Simon Michel. Der scheidende SP-Nationalrat Eric Nussbaumer sagte: «Beim neuen Stromabkommen gibt es knifflige Fragen, das braucht in den Räten etwas mehr Zeit.» Der Bundesrat lehnt das Vorgehen ab. Gemäss Aussenminister Ignazio Cassis soll das Volk an einem Sonntag über das Paket befinden. Als Erstes entscheidet der Ständerat über die neuen EU-Abkommen und damit auch über die Abstimmungsprozedur. (SoZ, S. 4)

POST: Die Schweizerische Post will sinkende Briefumsätze unter anderem mit zusätzlichen Einnahmen aus Postfinance, mehr Geschäft in den Filialen und dem Ausbau des digitalen Briefs kompensieren. Konzernchef Pascal Grieder verwies im Interview mit der «SonntagsZeitung» auf jährlich rund 85 Millionen Franken Umsatzverlust. Die Post will die Kundenfrequenz in den Filialen stärker für Zusatzgeschäfte nutzen, insbesondere im Zusammenspiel mit Postfinance. Täglich nutzten rund 250'000 Kunden die über 700 Poststellen. Die Filialen müssten künftig eine gewisse Eigenrentabilität erreichen, um langfristig bestehen zu können, sagte Grieder. Wie erfolgreich dies gelinge, werde massgeblich die Zahl der Post-Standorte nach 2028 bestimmen. Zudem bekräftigte Grieder, dass Preiserhöhungen «unumgänglich» seien. Gespräche mit dem Preisüberwacher liefen. (SoZ, S. 33; siehe separate Meldung)

RINGIER: Ringier-CEO Marc Walder sagt der Schweizer Zeitungsbranche ein Massensterben voraus. Digital würden in der Schweiz nur drei Medienmarken ökonomisch überleben, sagte er der «NZZ am Sonntag». Es seien dies die Reichweitenmedien «Blick» und «20 Minuten» sowie die hoch positionierte Nische «NZZ». Hinzu komme - subventioniert - auch srf.ch. Die junge Generation sei nicht bereit, ein Abo von traditionellen Zeitungsmarken zu lösen. «Als digitale Geschäftsmodelle dürften Regionaltitel und Lokalpublikationen nicht aufrechtzuerhalten sein.» Auch Ringier-Zeitschriften wie die «Schweizer Illustrierte» oder die «Glückspost» hätten in der digitalen Welt kaum eine Überlebenschance. «Heute haben wir bei Ringier 120 Medienmarken. In zehn Jahren werden es deutlich weniger sein», sagte Walder. Die Ringier-Gruppe sei nicht länger bereit, defizitäre Zeitungen und Zeitschriften durch Erträge aus dem Digitalgeschäft zu subventionieren. (NZZaS, S. 33/34) 

AROMAT: Der Baselbieter Unternehmer Michael C. Oehl stellt sich gegen den Verkauf der Schweizer Kultgewürzmischung Aromat an den US-Konzern McCormick. Er lancierte die Petition «Aromat ghört dr Schwiiz» mit bereits mehreren tausend Unterschriften und fordert gemäss «Blick» eine Produktionsgarantie für den Standort Thayngen SH mit rund 180 Jobs und den Erhalt der Rezeptur. Ihm schwebt dafür die Schaffung einer Aromat Schweiz AG oder einer Genossenschaft vor. Die seit 1952 produzierte Streuwürze Aromat gehört zur Marke Knorr, die zuletzt Teil des britisch-niederländischen Konsumgüterkonzerns Unilever war. Dieser kündigte den Verkauf seines Lebensmittelgeschäfts an. Käufer ist der US-Gewürzhersteller McCormick. Der Deal hat ein Volumen von rund 44,8 Milliarden US-Dollar. McCormick äusserte sich bislang nicht zu möglichen Plänen für Aromat. (Blick, S. 3)

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(AWP)