ROCHE: Lob für die Schweizer Regierung von Roche-Verwaltungsratspräsident Severin Schwan. Es sei «absolut richtig», dass das Staatssekretariat für Wirtschaft die Verhandlungen mit den USA fortsetze - trotz des Entscheids des obersten US-Gerichts. Das sagte Schwan in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag. Das Ziel müsse es sein, Rechtssicherheit zu schaffen. In Bezug auf Roche sieht er die Pharmasparte des Konzerns gut aufgestellt. Anders sehe es für die Diagnostik-Sparte aus. Diese sei von den Zöllen betroffen. «Es geht um viel Geld», so Schwan. So habe die Sparte eine grosse Produktionsstätte in der Innerschweiz, die einen bedeutenden Teil nach Amerika ausführe. (NZZ, S. 25; siehe auch separate Meldung)

MOBILIAR/SMG: Laut Mobiliar-Chefin Michèle Rodoni hätte das Institut «im Prinzip» die Möglichkeit, über Firmen wie die Swiss Marketplace Group (SMG) Versicherungen zu verkaufen, wie sie in einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen sagte. Die Mobiliar ist an SMG beteiligt. «Aber dieser Markt ist noch sehr limitiert», so Rodoni weiter. «Wir werden sehen, wie er sich in der Zukunft darstellt.» (SaW, S. 15)

SWISSMEDIC: Im Kampf gegen Adipositas und Übergewicht werden nach dem grossen Erfolg der Abnehmspritzen neue Medikamente lanciert. Schon bald sollen auch hierzulande erste Produkte in Pillenform erhältlich sein. Swissmedic liegt ein Zulassungsantrag für die Tablette Orforglipron von Eli Lilly vor, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Für die Wegovy-Pille von Novo Nordisk gebe es hingegen keinen Antrag. (SoZ, S. 60)

POST: Hinter der von der Post lancierten Giacometti-Briefmarke steht laut «SonntagsBlick» eine verurteilte Betrügerin als Ideengeberin. Die Marke zum 125. Geburtstag des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti zeigt dessen berühmte Skulptur «Homme qui marche». Hinter der Gestaltung stehe der Zeitung zufolge eine Engadiner Künstlerin und Kuratorin, die Mitte Januar vom Bundesgericht wegen gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs verurteilt worden sei. Das Urteil umfasse zwei Jahre Freiheitsstrafe, davon ein Jahr unbedingt, sowie einen fünfjährigen Landesverweis. Die Post erklärte laut Zeitung, sie habe bei der Auswahl der Ideengeberin nichts von der Verurteilung gewusst. Zudem betonte der Bundesbetrieb, Ideengeberinnen hätten kein Mandat der Post und würden auch nicht finanziell entschädigt. (Sobli, S. 14)

FAIRTIQ: Wer mit Zug oder Bus fährt, soll künftig nicht mehr das Handy zücken müssen. Das Berner Start-up Fairtiq testet ab Ende März ein System, das Fahrten automatisch erkennt und abrechnet - ohne manuelles Eingreifen, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Sensoren, GPS und Bluetooth-Sender in den Fahrzeugen sollen demnach Reisebeginn und -ende ermitteln. Verrechnet werde die tatsächlich zurückgelegte Strecke zum günstigsten Tarif. (SoZ, S. 35)

TOURISMUS: Der Iran-Krieg macht die Schweizer Tourismusindustrie nervös. Denn an den Flughafen-Drehkreuzen Doha, Dubai und Abu Dhabi ist der Flugverkehr nur eingeschränkt möglich. Doch diese bringen normalerweise Tausende Touristen ins Land. Nun kommt es zu ersten Stornierungen, wie die Vermarktungsorganisation Schweiz Tourismus der «NZZ am Sonntag» sagte. «Einerseits aus Fernost, andererseits sogar vereinzelt aus den USA». Diese seien «gewichtig», so die Organisation. Zudem befürchte man «eine gewisse Zurückhaltung bei Neubuchungen». (NZZaS, S. 38)

STREIKS: Der Arbeitsrechtsprofessor Roger Rudolph hat laut der «NZZ am Sonntag» eine Zunahme von Streiks in der Schweiz festgestellt. Auch der Ton werde härter. «Das sieht man nicht unbedingt nur bei effektiven Streikmassnahmen, sondern auch im Vorfeld, wenn bereits während Verhandlungen zu Gesamtarbeitsverträgen Kampfmassnahmen angedroht werden oder parallel dazu Kampagnen in den Medien gestartet werden», sagte Rudolph der Zeitung. Als Beispiel erwähnt die Zeitung jüngste Streiks im öffentlichen Dienst, etwa von den Busfahrern in Winterthur. Besonders aktiv sei der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), der in einem Strategiepapier, das der Zeitung vorliegt, festhalte, man müsse «wieder lernen, breite Aktionen, Kämpfe und Streiks zu organisieren». (NZZaS, S. 15)

HANDELSSTREIT: Der Schweizer Botschafter in den USA, Ralf Heckner, hat im Interview mit der «NZZ am Sonntag» seine Zurückhaltung im Handelskonflikt erklärt. «Als Botschafter in Washington habe ich wichtige Arbeit im Hintergrund geleistet, Kontakte vermittelt und Türen aufgemacht», sagte Heckner der Zeitung. Auch andere Botschafterinnen und Botschafter hätten nicht die Öffentlichkeit, sondern den direkten Kontakt mit der Trump-Administration gesucht. Er betonte, die Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA seien intakt. «Ich würde nicht ganz ausschliessen, dass man eines Tages auch positiv auf die Wirtschaftspolitik der Administration Trump zurückblickt - auch aus Sicht der Schweiz». (NZZaS, S. 40)

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(AWP)