UBS: Die in der vergangenen Woche bekannt gewordene Aussetzung eines Immobilienfonds durch UBS reiht sich in breitere Liquiditätsprobleme bei alternativen Anlagen ein. So zieht Vontobel-Analyst Andreas Venditti in einem Artikel der «Finanz+Wirtschaft» Parallelen zu den USA: «Auch bei gewissen Private-Credit-Fonds in den USA werden gegenwärtig die Rücknahmen limitiert, typischerweise auf 5 Prozent pro Quartal.» Der Entscheid der UBS sei daher folgerichtig: «Bei Liquiditätsproblemen aufgrund steigender Rücknahmen ist die vorübergehende Schliessung ein logischer Schritt.» Beobachtern zufolge fällt die von der UBS getroffene Massnahme kaum ins Gewicht, da sie nur einen kleinen Teil des Immobilienfondsangebots betrifft. Auch werde das Anlageprodukt nicht in der Schweiz vertrieben. (FuW, Ausgabe 28.3., S.13)
PARTNERS GROUP: Die Partners Group gerät laut einem Artikel der «NZZamSonnntag» wegen ihrer Beteiligung am US-Kita-Betreiber KinderCare zunehmend unter politischen Druck. Der demokratische Senator Jeff Merkley habe eine Untersuchung lanciert und werfe den Private-Equity-Investoren vor, Gewinne über das Kindeswohl zu stellen. Auslöser sind Berichte über Misshandlungsfälle in einzelnen Einrichtungen sowie strukturelle Probleme. Gleichzeitig habe KinderCare 2024 staatliche Subventionen von über 850 Millionen US-Dollar erhalten, heisst es im Artikel. Für Partners Group kommt die Kritik in einer angespannten Phase: Seit dem Börsengang 2024 hat die Aktie von KinderCare über 90 Prozent an Wert verloren. Zudem laufe eine Sammelklage im Zusammenhang mit dem IPO, an dem auch UBS beteiligt war. Partners Group erklärte gegenüber der Zeitung, man kooperiere mit den Behörden und verweist auf Verbesserungen in der Branche durch das Engagement. (NZZaS, S. 33)
SWATCH: Der designierte Verwaltungsrat Andreas Rickenbacher sieht seine Rolle bei der Swatch Group als aktiver Gegenpol: «Ich werde aber sicher nicht nur abnicken, ich sehe mich vielmehr als aktiver Sparringpartner im Verwaltungsrat», sagte Rickenbacher im Interview mit der «Schweiz am Wochenende». Zur operativen Situation sagt Rickenbacher, dass die Gruppe bewusst an Produktionskapazitäten festhalte. Das sei schwierig für ein börsenkotiertes Unternehmen, sichere aber langfristig Know-how und Innovationsfähigkeit. Belastend wirke aus seiner Sicht vor allem die Währungssituation. «Mit einem Kurs von 91 Rappen pro Euro und 79 Rappen pro Dollar ist die Lage in der Exportindustrie dramatisch.» (SaW, S.12)
IDORSIA: Nach dem Abgang von CEO Srishti Gupta hat Jean-Paul Clozel die operative Führung bei Idorsia vorübergehend übernommen. Eine dauerhafte Rückkehr schliesst er in einem Interview mit «Finanz+Wirtschaft» aber aus: «Ich habe nicht vor, dauerhaft CEO zu bleiben». Zum Rücktritt Guptas sagt Clozel, es habe an strategischer Übereinstimmung gefehlt: «Wir waren einfach nicht auf einer Linie.» Einen Zusammenhang mit dem raschen Abgang ihres Vorgängers weist er im Interview zurück und relativiert den Eindruck mangelnder Delegationsfähigkeit: «Ein guter CEO ist jemand, der zwei Monate in den Urlaub fahren kann, ohne dass es jemand bemerkt.» Clozel betont weiter den langfristigen Anspruch des Unternehmens und verweist auf eine nachhaltige Aufbauperspektive nach dem Vorbild von Roche. Kurzfristige Kursreaktionen seien zweitrangig: Entscheidungen könnten «den Aktienkurs möglicherweise kurzfristig unter Druck setzen», seien aber auf langfristigen Wert ausgerichtet. (FuW, Ausgabe 28.3., S.5f)
MBAER: Mike Bär, Gründer der von der Finma in Liquidation geschickte Zürcher Bank MBaer, sieht sich als Opfer der Justizwillkür. Allerdings sei bereits die Frühphase der Bank von Kapitalbedarf geprägt gewesen und Investoren mit Verbindungen zu Hochrisikoländern seien ins Aktionariat vorgerückt, heisst es in einem Artikel der «NZZamSonntag». Die FinCEN stufe MBaer Merchant Bank als Geldwäscherei-Risiko ein und erhebe Vorwürfe wie Abwicklung illegaler Gelder u.a. für venezolanische Netzwerke, russische Oligarchen und iranische Akteure. Auch der Fall um Investor Alessandro Bazzoni mit Venezuela-Bezug werde von US-Behörden explizit aufgegriffen, heisst es weiter. Laut Insidern habe die Geschäftsleitung Entscheidungen über Hochrisikokunden gefällt und die Compliance sei teils übergangen worden. Mögliche strafrechtliche Konsequenzen blieben offen, aber Mike Bär drohe bei einer Einreise in die USA die Festnahme. (NZZaS, S. 31)
TITLIS-BERGBAHNEN: Nach dem Gondelabsturz am Titlis mit Todesfolge hat die Staatsanwaltschaft Nidwalden eine Strafuntersuchung gegen zwei Mitarbeitende der Titlis Bergbahnen eröffnet. Im Fokus steht laut einem Artikel der «NZZ» insbesondere der Umgang mit starken Windwarnungen am Unfalltag. Die Ermittler würden prüfen, ob Sicherheitsvorgaben eingehalten wurden und ob rechtzeitig reagiert wurde. Zentral ist die Frage, weshalb die betroffene Gondel an der Zwischenstation nicht evakuiert wurde, obwohl dies offenbar möglich gewesen wäre. Mitarbeitende sind laut dem «Tagesanzeiger» derzeit keine suspendiert. (NZZ, Ausgabe 28.3., S.10; Tagesanzeiger, Ausgabe 28.3., S. 4)
FLUGHAFEN GENF: Die Lufthansa-Tochter Swiss nimmt im Zuge des laufenden Sparprogramms laut einem Artikel der «NZZamSonntag» verstärkt den Flughafen Genf in den Fokus. Laut Insidern fordere die Lufthansa bis Ende Jahr Profitabilität in Genf, andernfalls würden auch drastische Massnahmen bis hin zu einem vollständigen Rückzug geprüft, heisst es. Für Sommer 2026 sei das Angebot ab Genf bereits um rund 25 Prozentt reduziert worden. Swiss verweist auf einen der «härtesten Märkte Europas» mit starkem Wettbewerb durch easyJet, die in Genf hohe Marktanteile hält. (NZZaS, S. 34)
KMU: Der Schweizerische KMU Verein steht nach Angaben von «SonntagsBlick» seit Mitte März ohne Führung da. Der Zeitung lagen demnach Korrespondenzen vor, die vor allem darauf schliessen lassen, dass versprochene Leistungen nicht erfüllt worden sein sollen. Ende 2025 sei es erstmals zu Spannungen gekommen. Es ging laut «SonntagsBlick» um Honorare, Mitgliederbeiträge und teilweise grössere Darlehen. Der Initiant des Vereins, Fabian Reinarz, habe Anfang März seinen Rücktritt bekanntgeben. Kurz darauf legten laut der Zeitung auch Co-Präsidentin Stephanie Ritschard und weitere Vorstandsmitglieder ihr Amt nieder. Ritschard habe von «gravierenden Unklarheiten und Widersprüchen» gesprochen und Reinarz interne Differenzen bestätigt. Die Vereinskasse sei inzwischen leer, schrieb die Zeitung. Der finanzielle Schaden dürfte sich demnach auf mehrere 100'000 Franken belaufen. (SoBli S.26f)
ON HOLDING: Das Institut für Geistiges Eigentum (IGE) hat die Regeln für die Verwendung des Schweizerkreuzes aufgeweicht. Künftig dürfen auch Firmen, die ihre Produkte in der Schweiz entwickeln, aber im Ausland herstellen, das Kreuz verwenden. Die Lockerung der Swissness-Regeln zugunsten es Laufschuhherstellers On stösst laut einem Artikel der «NZZamSonntag» aber auf politischen Widerstand. So droht der frühere Ständerat Thomas Minder mit der Lancierung einer Volksinitiative zum Schutz der Swissness und des Schweizerkreuzes. Auch Unternehmer Roberto Martullo von Künzli Schuhe kündigt gegenüber der Zeitung rechtliche Schritte an. (NZZaS, S.1)
GAISBOCK: Der Skiweltcupfahrer Marco Odermatt beteiligt sich am Sarner Start-up Gaisbock, das eine neue Sportpflegelinie mit Deos, Duschmitteln, Boxershorts und Socken lanciert. «Das ist keine Spende. Ich glaube an diese Geschäftsidee», sagte Odermattt gegenüber der «Sonntagszeitung». Gemäss eigenen Angaben hält er zwischen 10 und 20 Prozent der Anteile. Odermatt soll die Produkte aktiv testen und begleiten. Die Beteiligung ergänze ein breiteres Portfolio mit Immobilien, Firmenbeteiligungen und klassischen Finanzanlagen. Für das junge Unternehmen mit weniger als 1 Millionen Franken Umsatz bedeutet der Einstieg einen Reputations- und Wachstumsschub. (SoZ, S. 39)
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(AWP)
