MBAER: Die «NZZ am Sonntag» zeichnet auf Basis bankinterner Quellen nach, wie die von der Finma in Liquidation geschickte Zürcher MBaer Merchant Bank nach Jahren mit problematischen Hochrisikokunden versuchte, ihr Geschäft zu bereinigen - und dabei auf die falsche Mannschaft setzte. Gründer Mike Bär verpflichtete ab 2024 eine Gruppe ehemaliger Sberbank-Schweiz-Manager um Ex-CEO Annett Viehweg, die dank ihrer Russlanderfahrung die toxischen Kundenbeziehungen abbauen sollten. Laut bankinternen Quellen bewirkte die neue Führung jedoch das Gegenteil: Das Russlandgeschäft soll ausgeweitet worden sein, darunter die Aufnahme eines kremlnahen Kunden noch im Sommer 2024. Nach eineinhalb Jahren Remediation waren erst 35 Prozent des Kundenbuches bereinigt - zu wenig für die Finma, die der Bank schliesslich die Lizenz entzog. Den Schlusspunkt setzt die US-Behörde Fincen, die MBaer vorwirft, über 100 Millionen Dollar krimineller Akteure mit Verbindungen zu Russland und den iranischen Revolutionsgarden durch das amerikanische Finanzsystem geschleust zu haben. (NZZaS, S. 37)

SBB: Drei ehemalige Topmanager der SBB erhielten nach ihrem Ausscheiden aus der Konzernleitung zwischen 99'000 und 270'000 Franken «für die Ausübung mehrerer Mandate». So übernahm etwa der ehemalige Personalchef, der im Mai 2025 aus der Konzernleitung ausschied, das Präsidium des Stiftungsrats der Pensionskasse SBB sowie das Vizepräsidium des SBB-Asbestfonds. Zudem führte er das Dossier «Internationales HR» und war Mitglied des Stiftungsrats SBB Historic. Für diese Aufgaben erhielt er von Juni bis Dezember 2025 - nach seinem Abgang aus der obersten Führungsetage - 204'000 Franken. In der Politik stosse das auf Kritik. (NZZaS, S. 38)

RIVELLA: Der Getränkehersteller wird Tano Barth ab Frühling 2027 neuer Verwaltungsratspräsident. Der Enkel des Rivella-Gründers Robert Barth folgt damit auf seinen Vater Alexander, der Mitglied des Verwaltungsrates bleiben wird. Rivella bestätigte einen entsprechenden Bericht in der «Schweiz am Wochenende» vom Samstag auf Anfrage von Keystone-SDA. Die Rivella AG ist zu 100 Prozent im Besitz von Alexander und Tano Barth. Seit dem vergangenen Jahr sind die beiden Co-Aktionäre des Unternehmens. Der gelernte Rechtsanwalt Tano Barth ist seit 2024 Mitglied des Verwaltungsrates von Rivella und Miroma mit Sitz in Rothrist AG. (SaW, S. 15, siehe auch separate Meldung)

NOVELIS: Der US-Autohersteller Ford bezieht gemäss der «Sonntagszeitung» nach Bränden in einer New Yorker Fabrik Aluminium aus dem Wallis. Wegen dem Zoll von 50 Prozent auf Aluminium kostet dies den Importeur Millionen, wie die Zeitung schrieb. Allein für das Aluminium aus dem Novelis-Werk in Siders dürfte Ford demnach seit September fast 85 Millionen Franken bezahlt haben. Ford schlage dies auf den Preis des F-150, dem Lieblingsauto der USA. Der Bedarf aus den USA sei so gross, dass sich das in den offiziellen Exportzahlen des Bundes zeige, schrieb die Zeitung. Für die hiesige Alu-Branche spielen die Zölle nur indirekt eine Rolle, wie Marcel Menet, Geschäftsführer des Aluminium-Verbands Schweiz der Zeitung sagte. (SoZ, S. 35)

ZOLLABKOMMEN USA: Die Schweiz strebt an, einen Handelsdeal mit den USA bis Ende Juli abzuschliessen, und drängt dabei auf Garantien, dass sie nicht höhere Zölle zahlen müsste als konkurrierende Länder. Das meldete die Nachrichtenagentur «Bloomberg». Bern sei bereit, ein bilaterales Abkommen mit einem festen Zollsatz zu unterzeichnen - unter der Bedingung einer Meistbegünstigungsklausel, die sicherstellt, dass kein konkurrierender Handelspartner - insbesondere die EU und Grossbritannien - einen niedrigeren Satz erhält. Neu ist weniger das Zieldatum als die Meistbegünstigungsklausel gegenüber EU und UK als Bedingung, die Bloomberg so explizit benennt.

WOHNUNGEN: Teure Neubauten können laut einer in der «Sonntagszeitung» vorgestellten Studie für günstigen Wohnraum sorgen. Das liegt an einer Umzugskette, wie die Zeitung mit Verweis auf die Studie der Universität Bern schrieb. Die Autoren Lukas Hauck und Frédéric Kluser hätten die Umzugskette erstmals für die Schweiz untersucht. Das Resultat bestätige Erkenntnisse aus internationalen Studien, schrieb die Zeitung. Ziehe ein gut verdienender Haushalt in einen Neubau, stehe die alte Wohnung neuen Mieterinnen und Mietern zur Verfügung. In der dritten Reihe dieser Umzugskette liege das Einkommen des nachrückenden Haushalts laut Studie unter dem Schweizer Median. Damit gehöre es zur einkommensschwachen Hälfte der Schweizer Bevölkerung. (SoZ, S. 31)

ENERGIE: Die Axpo lanciert mit einer breit abgestützten Studie eine Kontroverse: Gemäss den Berechnungen der Verfasser ist Photovoltaik auf Dächern die «bei weitem teuerste» Technologie zur Stromerzeugung, berichtet die «Sonntagszeitung». Solaranlagen brauchen gemäss der Studie doppelt so hohe Subventionen wie Atomstrom und dreimal so viel wie Windturbinen. An der Studie haben die ETH, das Paul-Scherrer-Institut sowie Verbände wie der WWF und Energiepolitiker mitgearbeitet. Brisant: Die Studie wertet auch die Regel, wonach Solaranlagenbetreiber weniger Netznutzungskosten zahlen müssen, als implizite Subvention. Sie widerspreche dem Verursacherprinzip und benachteilige Haushalte ohne Solaranlage. (SoZ, S. 9)

ENERGIE II: Stromintensive Rechenzentren profitieren nach Worten der «NZZ am Sonntag» von einem umstrittenen Rabatt und erhalten einen Teil ihrer Stromkosten zurückerstattet. Der Bund überwies der Branche für das Jahr 2023 rund 1,7 Millionen Franken, wie die Zeitung schrieb. Künftig dürfte es demnach noch mehr werden. «Bei einer Zunahme der Rechenzentren ist davon auszugehen, dass mehr die Rückerstattung erhalten werden», zitierte die Zeitung das Bundesamt für Energie. Denn Firmen, die sehr viel Strom benötigen, können sich von einer Abgabe befreien lassen. Der Branchenverband Swiss Data Center Association habe auf die Pflicht von Zielvereinbarungen mit dem Bund und auf Effizienzmassnahmen hingewiesen. Die Schweiz habe bereits heute eine der weltweit höchsten Dichten an Rechenzentren, schrieb die «NZZ am Sonntag». (NZZaS, S. 13)

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(AWP)