UBS: Die UBS will sich in den USA von einem spezialisierten Vermögensverwalter zu einer Universalbank wandeln. Im Rahmen des Projekts «Build the Bank» werde die Grossbank ab Ende 2027 Zahlungen, Privat- und Sparkonti anbieten, später möglicherweise auch Kredite, teilte die Bank auf Anfrage der «NZZ am Sonntag» mit. Heute müssen UBS-Kunden in den USA für solche Dienstleistungen zu Konkurrenten wie J.P.Morgan oder Wells Fargo gehen. Jüngst hatte die Bank in dem Land die seit längerem angestrebte nationale Banklizenz erhalten und kann damit dort ihre Dienstleistungen erweitern. Ausserdem hat die UBS vor kurzem ein neues Rekrutierungsangebot eingeführt mit hohen Antrittsprämien für ausgewählte Finanzberater in den USA im branchenweiten Kampf um die besten Talente. (NZZaS S.33, siehe auch separate Meldung)
ADECCO: Adecco-Chef Denis Machuel erachtet KI neben der grossen Herausforderung, die sie mit sich bringt, insgesamt als Chance für die Personaldienstleisterbranche. Natürlich seien Arbeitsplätze betroffen, «aber es werden grundlegend die Aufgaben innerhalb von Arbeitsplätzen verändert», sagte er im Interview mit dem «Sonntagsblick». «Wir sind überzeugt, dass sich unsere Märkte vergrössern werden.» Er verstehe die Angst der Menschen, möglicherweise ersetzt zu werden. Aber jede technologische Revolution habe mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet. Dass die Ergebnisse und Aktienkurse von Adecco und von anderen Personaldienstleistern alles andere als positiv aussehen würden, macht er am «makroökonomischen Umfeld» fest. Der Arbeitsmarkt sei davon «stark geprägt». («Sonntagsblick» S.30f.)
MIGROS I: Migros-Chef Mario Irminger hat im Interview mit der «Schweiz am Wochenende» vor einer Verschärfung des Personalmangels im Detailhandel bei Annahme der 10-Millionen-Initiative gewarnt. Aktuell seien etwa rund 60 Prozent der Mitarbeitenden beim Fleischverarbeiter Micarna ausländische Staatsbürger, in der Zerlegerei sogar 90 Prozent. «Wir sind auf sie angewiesen - heute schon und um die Lücken zu füllen, die auf uns zukommen», sagte Irminger. Ohne Zuwanderung bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Service und Angebot sinken, etwa durch kürzere Öffnungszeiten, weniger Filialen oder eine geringere Auswahl. (SaW S.12f, siehe auch separate Meldung)
MIGROS II: Dumpinglöhne bei Kurieren des Lieferdienstes Just Eat im Rahmen einer neuen Migros-Partnerschaft haben laut «NZZ am Sonntag» Kritik ausgelöst. Recherchen der Zeitung würden zeigen, dass ein Teil der Lieferfahrten an Subunternehmen ausgelagert werde. Dort würden Kuriere pro Lieferung bezahlt und erhielten bei Wartezeiten keinen Lohn. Ein Betroffener habe berichtet, dadurch teils nur rund 10 Franken pro Stunde zu verdienen. Markus Bardenheuer von der Gewerkschaft Unia habe gesagt: «Sie wälzen das Risiko der Wartezeiten und fehlender Bestellungen auf die Kuriere ab.» Die Migros dürfe dies nicht tolerieren. Die Migros habe der «NZZ am Sonntag» erklärt, Just Eat erfülle die branchenüblichen Gesamtarbeitsverträge, ohne jedoch einheitliche Bedingungen entlang der gesamten Lieferkette zu bestätigen. Die Kooperation starte ab Montag zunächst in Genf, Wallis und Tessin und solle später ausgeweitet werden. (NZZaS S.35)
US-ZÖLLE: Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat laut «Sonntagsblick» die Herausgabe von Dokumenten zum Zollstreit mit den USA verweigert und ist damit in Konflikt mit dem Öffentlichkeitsbeauftragten geraten. Journalisten und Privatpersonen hätten gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz Einsicht in Unterlagen zu den Verhandlungen verlangt. Das Seco lehne dies jedoch mit Verweis auf laufende Gespräche ab. Selbst dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten Adrian Lobsiger verweigere es die Einsicht. Dieser halte dagegen, dass das Gesetz ihm ausdrücklich Zugang gewähre, und habe dem Seco eine Verletzung der Mitwirkungspflicht vorgeworfen. Das Seco berufe sich hingegen auf einen Ausnahmefall eines internationalen Streitbeilegungsverfahrens. Gegen die Verfügung könnten die Gesuchsteller Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben, was einige laut Informationen des «Sonntagsblick» in Kürze tun würden. («Sonntagsblick» S.10f.)
ENERGIE: Sieben Mitte-Nationalräte wollen laut «Sonntagszeitung» der Aufhebung des AKW-Neubauverbots zustimmen. Eine Umfrage der Zeitung bei Nationalräten um Markus Ritter und Elisabeth Schneider-Schneiter habe ergeben, dass sie in der Junisession ein Ja planten. Zusammen mit SVP und FDP würde dies für eine knappe Mehrheit von 101 zu 99 Stimmen im Nationalrat reichen. Bei der SVP gelte eine geschlossene Zustimmung als sicher, während auch in der FDP von einer einheitlichen Unterstützung ausgegangen werde. Stimme der Nationalrat zu, wäre der Entscheid auf parlamentarischer Ebene gefallen, nachdem der Ständerat bereits zugestimmt habe. Das letzte Wort dürfte jedoch das Volk haben, da die Grünen ein Referendum angekündigt hatten. Damit stünde ein zentrales Element der Energiestrategie von 2017 zur Disposition. (SoZ S.2f.)
ARBEITSMARKT I: Die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» hat laut «Le Matin Dimanche» im benachbarten Frankreich für Besorgnis gesorgt. Sollte die Vorlage angenommen werden, bestehe die Gefahr, dass die Schweizer Wirtschaft verstärkt auf Grenzgänger zurückgreife, um den Arbeitskräftemangel in der Schweiz auszugleichen, erklärt Gabriel Doublet, Bürgermeister von Annemasse, in der Zeitung. «Wir befürchten, dass dies die Region noch attraktiver macht und zusätzliche Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und dem Betrieb unserer öffentlichen Dienste mit sich bringt», fügt er hinzu. «Im Jahr 2002 gab es im gesamten Einzugsgebiet etwas mehr als 30'000 Grenzgänger, heute sind es etwa 120'000.» («Le Matin Dimanche»)
ARBEITSMARKT II: SVP-Bundesrat Albert Rösti hat laut «SonntagsBlick» kritische Aussagen zur Zuwanderungsinitiative im Abstimmungsbüchlein abschwächen wollen. Wie die Zeitung gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz erfahren habe, habe sein Departement Anpassungen bei den Themen Spitäler, Asyl und Wirtschaftswachstum verlangt. So hätten Hinweise auf negative Folgen für Spitäler und Pflegeheime verallgemeinert werden sollen, indem statt konkret von diesen Bereiche nur noch von «öffentlichen Einrichtungen» die Rede gewesen wäre. Beim Asyl sei argumentiert worden, die Schweiz könnte bei einer Überschreitung der Grenze von 9,5 Millionen Einwohnern für Asylsuchende unattraktiver werden, zudem funktioniere das Dublin-System bereits heute nur eingeschränkt. Weiter habe das Departement die Darstellung des Wirtschaftswachstums im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit kritisiert und eine differenziertere, inflationsbereinigte Betrachtung pro Kopf gefordert. («Sonntagsblick»: S.2f)
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(AWP)
