NESTLÉ I: Der Nahrungsmittelkonzern wusste offenbar schon lange von den ersten Rückrufen um die verseuchte Säuglingsmilch. Wie der «Tagesanzeiger» am Samstag berichtet wusste Nestlé bereits Anfang Dezember von einer möglichen Belastung mit Gift. Konsumentinnen und Konsumenten wurden in vielen Ländern aber wochenlang nicht informiert. Erst ab dem 5. Januar informierte Nestlé die Länder mehrerer Kontinente aktiv darüber. Wie das Blatt schreibt, zeige der aktuelle Rückruf, dass der Konzern erneut spät und zögerlich kommuniziert habe. Kritiker werfen dem Blatt zufolge Nestlé vor, damit ein altbekanntes Muster zu wiederholen: Probleme werden zunächst heruntergespielt und erst unter öffentlichem Druck transparent gemacht. Der verspätete Umgang mit der Krise belastet nicht nur das Image von Nestlé, sondern auch die Glaubwürdigkeit des neuen Konzernchefs. (TA, S. 6)

NESTLÉ II: Der Preisstreit zwischen dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé und der Migros ist eskaliert. Die Folge: Nestlé beliefert die Migros nicht mehr mit Mayonnaise der Marke Thomy. Die Migros habe entsprechende Recherchen der «NZZ am Sonntag» bestätigt, so das Blatt. Nestlé habe vor einigen Monaten eine Preiserhöhung für die Thomy-Mayonnaise gefordert, die die Genossenschaft aus sachlichen Gründen nicht akzeptiert habe, heisst es in einer Stellungnahme. Trotz dieser offenen Preisdiskussion habe Nestlé die Artikel zunächst weiter geliefert. Nach einigen Monaten habe Nestlé jedoch entschieden, die Belieferung eigenständig einzustellen. Nestlé selbst habe dazu gegenüber der Zeitung keine Stellung nehmen wollen. Wie das Blatt schreibt, wachse bei den Schweizer Markenartikelproduzenten der Frust über die Migros. Allerdings scheint der Streit mit dem Hause Feldschlösschen beigelegt. Das berichtet «Blick» online. Auch die Brauerei wollte höhere Einstandspreise durchsetzen. Feldschlösschen bestätigte laut Blick die Einigung. Für die Kunden ändert sich demnach nichts, Feldschlösschen-Produkte werden an der Kasse nicht teurer. (NZZaS, S. 1, 33)

BRANDKATASTROPHE I: Ein neuer Haftungsausschluss im Walliser Baugesetz könnte die Gemeinde Crans-Montana laut «Blick» vor Millionenforderungen nach dem Brand der Bar «Le Constellation» schützen. Per 1. Januar 2026 sei der frühere Artikel 25 als Artikel 37 um einen Absatz ergänzt worden. Dieser halte fest: «Die zuständige Behörde haftet nicht für Schäden, die dadurch entstehen, dass Bauherren und deren Vertreter gegen die Vorschriften dieses Gesetzes verstossen.» Rechtsanwalt und SVP-Nationalrat Pascal Schmid sagte: «Der neue Artikel 37 ist auf den Brand in Crans-Montana anwendbar, da sich der Schaden realisiert hat, als die neue Bestimmung bereits in Kraft war.» Die Gemeinde wäre damit theoretisch von der Haftung befreit. Gerichte könnten jedoch von einem «zusammengesetzten Tatbestand» ausgehen und die unterlassene Aufsichtstätigkeit nach altem Recht gewichten. (Blick online Samstag)

BRANDKATASTROPHE II: Viele Walliser Gemeinden wissen nicht, ob ihre Betriebe den Brandschutzvorschriften entsprechen. Dies hat eine Umfrage der «NZZ am Sonntag» bei 120 Walliser Gemeinden ergeben. Die Zeitung fragte bei den Kommunen nach, wie viele feuerpolizeilichen Kontrollen sie in den letzten drei Jahren gesetzlich hätten durchführen sollen und wie viele sie tatsächlich durchgeführt haben. Doch die allermeisten Gemeinden konnten oder wollten die Frage auch nach einigen Tagen nicht beantworten. Die grosse Mehrheit der Gemeindepräsidenten und Gemeindeschreiber reagierte auf mehrere E-Mails gar nicht. Dabei wollten laut dem Blatt selbst wichtige Skiorte wie Saas-Fee oder Verbier keine Auskunft geben. Derweil steige der Druck auf den Kanton Wallis. Immer drängender stelle die restliche Schweiz die Frage, ob die Katastrophe und bereits aufgedeckte Fehler der Behörden etwas mit der politischen Kultur des Kantons zu tun haben. (NZZaS, S. 1-5)

BRANDKATASTROPHE III: Die Katastrophe von Crans-Montana wurde wahrscheinlich von Sprühkerzen verursacht. Seitdem wird die Frage lauter, was Sprühkerzen auf Champagnerflaschen zu suchen haben. Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, sind sie für viele Bar- und Clubbetreiber ein gutes Geschäft. Sie würden der Inszenierung dienen und den Verkauf ganzer Flaschen fördern, die eine zentrale Einnahmequelle darstellten. So koste eine Flasche Moët & Chandon im Club rund 170 Franken, obwohl sie im Detailhandel für unter 50 Franken erhältlich sei, während für Dom Pérignon bis zu 460 Franken verlangt würden. Bei den als «Eisfontänen» bekannten Sprühkerzen, die grundsätzlich auch für Innenräume zugelassen seien, werde im Partybetrieb der empfohlene Mindestabstand oft nicht eingehalten. Einzelne Betriebe hätten nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana öffentlich auf den Einsatz von Sprühkerzen verzichtet. Mehrere Clubs, auf deren Social-Media-Kanälen Partyvideos mit Sprühkerzen zu sehen gewesen seien, hätten auf Anfragen der Zeitung nicht reagiert, einzelne hätten entsprechende Aufnahmen von ihren Profilen gelöscht. (SoZ, S. 2)

VITOL: Der Rohstoffhändler Vitol plant nach einem neuen Lieferabkommen, das kürzlich von US-Präsident Donald Trump angekündigt wurde, an diesem Wochenende die erste Naphtha-Ladung aus den USA nach Venezuela zu verschiffen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Naphtha wird als Verdünnungsmittel für das schwere venezolanische Rohöl benötigt, um dessen Transport und Verarbeitung zu erleichtern - ein wichtiger Schritt zur Wiederbelebung der Ölproduktion. Hintergrund ist eine Vereinbarung mit der US-Regierung, bei der Vitol und sein Handelspartner Trafigura helfen sollen, venezolanisches Öl zu vermarkten. Dies geschieht, nachdem die staatliche PDVSA ihre Produktion aufgrund einer US-Marineblockade reduziert hatte und Ölreserven an Bord von Schiffen angehäuft wurden. Rohstoffhändler und der Ölkonzern Chevron haben bereits Naphtha beschafft, um Lieferketten für die Ölproduktion wieder aufzubauen. Vitol hat das Tankerschiff Hellespont Protector gechartert, um rund 460?000 Barrel Naphtha aus Houston zu laden, das voraussichtlich kommende Woche in Venezuela ankommen soll. (Reuters; siehe auch separate Meldung)

PENSIONSKASSEN: Schrumpfen die Renten, weil die Pensionskassen falsch anlegen? Zu diesem Schluss kommt zumindest die «SonntagsZeitung». Damit tatsächlich genug für eine ausreichende Rente verfügbar ist, investieren Pensionskassen das Vorsorgegeld. Ein grosser Teil der Altersleistungen speist sich denn auch aus den Erträgen am Finanzmarkt. Wie das Blatt schreibt, schöpfen die Schweizer Pensionskassen aber bei weitem nicht aus, was möglich wäre. Die Renten könnten demnach bis zu 50 Prozent höher sein. Der Grund liegt in der Anlagestrategie. Diese sie sehr konservativ. So sei der Anteil an Aktien mit rund 30 Prozent tief, dafür setzen die Kassen stark auf Obligationen - die jedoch kaum etwas zur Vermögensbildung beitragen. Wären die Pensionskassen in den letzten zehn Jahren im Schnitt jedes Jahr nur einen Prozentpunkt stärker in Aktien und entsprechend weniger in Obligationen investiert gewesen, lägen heute 8,4 Milliarden Franken mehr auf den Vorsorgekonten. Damit könnte man dieses Jahr nicht nur die 13., sondern auch noch eine 14. AHV-Rente auszahlen. Doch die Kassen setzten lieber auf Sicherheit als auf Rendite. Dies liege womöglich auch an den Stiftungsräten, die Angst vor persönlicher Haftung hätten - etwa nach einem Börsencrash. (SoZ, S. 1, 33)

GLENCORE: Der Rohstoffkonzern Glencore ist derzeit in Gesprächen mit dem britischen Branchenkollegen Rio Tinto über einen Zusammenschluss. Sollte der Deal klappen, könnte der in Baar ansässige Bergbaukonzern als eigenständiges Unternehmen bald verschwinden. Glencore informierte den Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler bereits am Donnerstag über die Verhandlungen mit Rio Tinto. Das Unternehmen und seine tausend meist hochbezahlten Mitarbeiter gehören zu den wichtigen Steuerzahlern des Kantons. Vor diesem Hintergrund würde man einen Wegzug oder den Verlust des Hauptsitzes natürlich bedauern, sagt Tännler laut «NZZ am Sonntag». Die Gespräche befinden sich in einer frühen Phase. Glencore selbst liess dem Blatt zufolge mitteilen, dass es für Aussagen über die Zukunft des Standortes Baar noch zu früh sei. In der Vergangenheit scheiterten die verschiedenen Zusammenschlusspläne jeweils am Preis. (NZZaS, S. 1, 34)

WEF: US-Präsident Donald Trump wird laut der «Schweiz am Wochenende» definitiv am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnehmen. Nach einem längeren Telefonat zwischen Bern und dem Weissen Haus sei seine Teilnahme trotz internationaler Spannungen bestätigt worden. Trump werde am Mittwoch, 21. Januar, anreisen und zwei Tage in Davos bleiben, sein Auftritt im Kongresszentrum sei am ersten Tag für 14.45 Uhr vorgesehen. Begleitet werde er unter anderem von Aussenminister Marco Rubio, Sondergesandtem Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner. Auch die Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski sei inzwischen bestätigt. Russische Vertreter seien weiterhin nicht mit dabei. (SaW, S. 1,5)

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(AWP)