RAIFFEISEN: Der frühere Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist nach Angaben der «SonntagsZeitung» wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig zu einer Busse von fast einer Million Franken verurteilt worden. Das Bundesgericht bestätigte ein Urteil des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden vom Februar 2025, wie die Zeitung schrieb. Bisher sei das Steuerverfahren nicht bekannt gewesen. Denn im Gegensatz zu Strafrechtsprozessen seien Steuerprozesse nicht öffentlich. Die Ausserrhoder Steuerfahnder hätten seit 2021 ermittelt. Der Vorwurf laute, dass Vincenz 3,4 Millionen Franken Einkommen nie versteuert habe. Zusätzlich zur Busse müsse Vincenz Nachsteuern zahlen. Wie hoch dieser Betrag ist, gehe aus dem Urteil nicht hervor. Vincenz habe die Vorwürfe bestritten. (SoZ S. 31; sh separate Meldung)

SIX: Der Verwaltungsratspräsident der Schweizer Börse SIX, André Helfenstein, hat die Integration der spanischen Börse in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» als «zu zögerlich» kritisiert. «Das war ein Fehler», sagte er der Zeitung. Nun treibe man die Zusammenführung aller IT-Plattformen «mit aller Konsequenz voran», sagte der SIX-Präsident. Zudem äusserte sich der neue Präsident zum hohen Verlust im Geschäftsjahr 2025 wegen der Beteiligung am Finanzdienstleister Wordline. «Rückblickend hätte die SIX die Wordline-Aktie früher verkaufen können», sagte er. Nun müsse die SIX ihre Investitionen stärker priorisieren. Die Mittel seien knapper geworden, sie würden aber nicht fehlen. (NZZaS S. 38; sh separate Meldung)

PARTNERS GROUP: Bei der Zuger Beteiligungsgesellschaft Partners Group sorgten zuletzt einige Firmen, an welchen die Gruppe beteiligt ist, für Negativschlagzeilen. Etwa ein amerikanischer Lebensmittelhersteller wo minderjährige Migrantenkinder an gefährlichen Maschinen gearbeitet haben sollen. Nun sagt Verwaltungsratspräsident Steffen Meister, dass die Gruppe aus den Vorfällen Konsequenzen gezogen hat: «In Zukunft investieren wir vorsichtiger in sozial exponierte Bereiche wie Gesundheit oder Kindererziehung.» Des Weiteren kündigt er im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag» juristische Schritte an gegen die amerikanische Investmentfirma Grizzly Research. Die hatte Ende April schwerwiegende Vorwürfe gegen Partners Group in Umlauf gebracht. (NZZaS S. 33; sh separate Meldung)

SBB: Den SBB drohen im Gotthard-Eisenbahntunnel nach Angaben von «SonntagsBlick» Mehrkosten in Millionenhöhe. Grund sind Verzögerungen beim Ersatz der Tunnelfunkanlage, wie die Zeitung schrieb unter Verweis auf die Beschaffungsplattform Simap schrieb. Es gebe mehrere Gründe dafür: Technische und intern organisatorische Probleme beim externen Lieferanten, sowie ein erschwerter Zugang zum Tunnel. Ein Abbruch des Projekts stehe als Alternative im Raum. Die SBB seien gezwungen, die Verträge mit dem Betreiber der aktuellen Anlage um zwei Jahre zu verlängern, mit Option auf bis zu sechs Jahre. Das Kostendach liege bei über 4,6 Millionen Franken. Ein Teil davon seien ohnehin anfallende Betriebskosten, teilten die SBB mit. (SoBli S. 16)

US-ZÖLLE: Unternehmer Alfred Ganter hat bei den Zollverhandlungen mit den USA laut «SonntagsBlick» eine zentralere Rolle eingenommen als bisher bekannt. Nachdem die damalige Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter im Weissen Haus nicht mehr gerne gesehen wurde, organisierte er für Bundesrat Guy Parmelin drei Ministertreffen, wie die Zeitung schrieb. Bei zwei Treffen sei der Mitgründer der Partners Group dabei gewesen - sein Unternehmen investiere jährlich Milliarden in den USA. Die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats befragte Gantner diese Woche zu den Zollverhandlungen, wie die Zeitung schrieb.

Der Bundesrat arbeite an einem Plan B. Sollte US-Präsident Donald Trump einem rechtsverbindlichen Zolldeal nicht zustimmen, wäre Bern mit einer Absichtserklärung zufrieden, wie Recherchen des «SonntagBlick» zeigen. Akuter Zeitdruck bestehe weder aus Schweizer noch aus US-Sicht. Der Schweiz sei es gelungen, den Handelsbilanzüberschuss von 40 Milliarden Dollar gegenüber auszugleichen - und zwar durch die Verlagerung der Goldbearbeitung. Eine Absichtserklärung hätte auch den Vorteil, dass dagegen nicht das Referendum erhoben werden könnte. Derweil habe die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen Keller-Sutter und ihr Umfeld rechtskräftig eingestellt. Die Bundesanwaltschaft hatte im Herbst 2025 eine Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung erhalten. (SoBli S. 8)

DAS ZELT: «Das Zelt» pausiert gemäss «SonntagsBlick» wegen finanzieller Probleme seine Tournee per 30. Mai. 17 Vorstellungen sind abgesagt. Für 73 Künstlerinnen und Künstler bedeute das die Einstellung ihrer Gagen, weil es keine Ausfallversicherung gebe. 70 Mitarbeitende seien ab Juni in Kurzarbeit. Aufgrund der Liquiditätsengpässe würden Tickets zurzeit nicht zurückerstattet. «Das Zelt»-Direktor Adrian Steiner sprach gemäss «Blick» von einer «Verkettung schwieriger Umstände». Er bleibe zuversichtlich und peile für kommenden Herbst einen Neustart an. (SoBli S. 2)

10-MILLIONEN-INITIATIVE I: Severin Moser, Präsident des Arbeitgeberverbandes, rechnet mit einem knappen Ausgang bei der Abstimmung über die 10-Millionen-Initiative der SVP. Es bestehe die Gefahr, so Moser, dass eine Gruppe die Abstimmung nutzen wolle, um der Politik einen Denkzettel zu verpassen. Aber: «Ich zähle auf den gesunden Menschenverstand und glaube, dass wir diese Abstimmung gewinnen», sagt Moser im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Im Fall einer Annahme der Vorlage rechnet der Arbeitgeberpräsident mit drastischen Folgen: «Bei einem Ja müssten wir mehr arbeiten. Sonst sinkt unser Wohlstand.» Moser räumt ein, dass die Wirtschaftsverbände Mühe hätten, sich Gehör zu verschaffen. «Viel zu wenige Wirtschaftsvertreter bekleiden heute ein politisches Amt, ob beim Bund oder in den Gemeinden. So sitzt die Wirtschaft oft nicht mit am Tisch, wenn debattiert und entschieden wird», so Moser. (NZZaS S. 13)

10-MILLIONEN-INITIATIVE II: Nur drei Wochen vor der wichtigsten Abstimmung ist sich die SVP offensichtlich nicht einig, wie absolut der Bevölkerungsdeckel von zehn Millionen zu verstehen ist. Er werde der Initiative zustimmen, sagte der Berner SVP-Grossrat Andreas Michel gegenüber der «NZZ am Sonntag». Der Verwaltungsratspräsident der Privatklinik Meiringen warnt aber gleichzeitig vor der Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU. Ohne sie drohe in den Randregionen ein Leistungsabbau im Gesundheitswesen. Er setze deshalb auf eine pragmatische Umsetzung des Volksbegehrens. Für Erstaunen hat auch Manfred Bühler gesorgt, Nationalrat und Präsident der SVP Bern. In der RTS-Sendung «Infrarouge» sagte er: «Man fokussiert sich viel zu stark auf diese zehn Millionen. Das ist eher ein symbolischer Wert.» Die Diskussion kommt der SVP-Leitung ungelegen. Der Parteipräsident Marcel Dettling äussert sich auf Anfrage klar: «Wenn der Bundesrat seine Arbeit nicht macht, kommt die 10-Millionen-Grenze. Es braucht die klaren Leitlinien.» (NZZaS S. 2)

mk/

(AWP)