AEBI SCHMIDT: Der Chef und VRP des Spezialfahrzeugherstellers Aebi Schmidt, Barend Fruithof, findet, dass die Schweiz im Zollstreit mit den USA bisher gut weggekommen sei: «Rechnet man sauber - inklusive Pharmabranche, die von den Zöllen befreit ist -, steht die Schweiz besser da als Europa», sagt er im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Fruithof verlangt deshalb, dass man nicht ständig das Haar in der Suppe sucht. Stattdessen plädiert er für Zugeständnisse und mehr Pragmatismus: «Wenn die USA den Import amerikanischer Trucks verlangen, importieren wir halt einige - die Nachfrage dürfte gering sein.» Weiter warnt Fruithof vor einer zu starken Regulierung der UBS. Dies könne den Werkplatz belasten, da höhere Kapitalanforderungen zu höheren Zinsen führen würden. Seiner Einschätzung nach könnten die Zinsen für die Industrie um 1 bis 1,5 Prozent steigen. Den Börsenstart in den USA bezeichnete Fruithof als Erfolg, auch wenn die Aktie unter dem Ausgabepreis gehandelt wird. Er begründete dies vor allem mit dem KI-Boom, der massgeblich für die gute Börsenentwicklung verantwortlich sei. Zudem könnten viele Investoren wegen des geringen Free Float nicht investieren. «Wir sind uns bewusst, dass die Frage des Free Float mittel- und langfristig gelöst werden muss», so Fruithof weiter. (NZZaS S. 32-33)
ALDI: Aldi Schweiz steht laut dem «SonntagsBlick» wegen eines Bio-Lachsfilets in der Kritik: Der Discounter hatte den Preis im August 2025 mit dem Versprechen «Wir reduzieren dauerhaft die Fischpreise» von 8.49 auf 6.99 Franken gesenkt, im September sogar auf 6.89 Franken. Inzwischen kostet das Filet wieder 7.45 Franken. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sieht darin einen möglichen Verstoss gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und will Aldi deswegen anschreiben. Laut Seco setzt eine als «dauerhaft» beworbene Preissenkung voraus, dass der Preis tatsächlich unbefristet gilt. Ob rechtlich eine irreführende Angabe vorliegt, müsse jedoch ein Gericht klären - das Seco verzichtet vorerst auf juristische Schritte. Aldi verteidigt sich mit Verweis auf marktbedingte Preisschwankungen bei Lebensmitteln und betont, der aktuelle Preis liege weiterhin unter dem ursprünglichen Verkaufspreis. (SoB S. 30)
AMAG: In einem Interview mit dem «SonntagsBlick» sieht Amag-Chef Helmut Ruhl keine einfache Antwort für den schwachen Schweizer Automarkt. «Wir müssen uns zudem vor Augen führen, dass die Schweizer Bevölkerung sowohl bei der Wahl des Antriebs als auch beim Ausbau der dafür nötigen Infrastruktur stark verunsichert ist», sagte er. Aktuell betrage das durchschnittliche Alter der Autos in der Schweiz knapp 11 Jahre. Ein Hemmnis sei die Entwicklung bei der E-Mobilität. So gebe es in den Städten noch immer keine wettbewerbsfähige Ladeinfrastruktur. Positiv wertete er, dass eine Lösung für den Zugang zu Ladeinfrastruktur für Stockwerkeigentümer und Mieter in Sicht sei. Ansonsten sieht er sein Unternehmen gut aufgestellt. Im ersten Halbjahr liege Amag 0,24 Prozent über dem Vorjahr und es zeichne sich ein gutes Jahr ab. Ein Klumpenrisiko durch den Fokus auf den aktuell strauchelnden VW-Konzern sieht er jedoch nicht: «Ich nenne das Klumpenchance.» (SoB S. 28-29)
PKZ: Die Chefin des Modehändlers PKZ zeigte sich in einem Interview in der «Schweiz am Wochenende» betrübt über den geringeren Stellenwert, den Konsumenten dem Thema Nachhaltigkeit bei Kleidung beimessen. «Momentan befindet sich das Thema Nachhaltigkeit im Tal der Tränen», sagte sie. Anstelle von Verboten plädiert sie aber für mehr Aufklärung in Bezug auf die Umweltauswirkungen von Fast Fashion. Ein Werbeverbot für Firmen wie Shein und Co. hält sie für «prüfenswert». Auch fordert sie gleiche Regeln für Anbieter aus dem Ausland ein, etwa bei Themen wie Kinderarbeit oder Produktsicherheit. Mit Blick auf den rückläufigen Anteil des Online-Geschäfts zeigte sie sich selbstkritisch. Der Online-Shop sei etwas «in die Jahre gekommen» und man werde nun 2 Millionen Franken in die Hand nehmen, um ihn aufzufrischen sowie auch mit neuen Technologien auszustatten. Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr sieht sie das Unternehmen auf Kurs, den Umsatz von rund 190 Millionen Franken halten zu können. In den nächsten fünf Jahren soll dann die Marke von 200 Millionen geknackt werden. (SaW S. 10-11)
DÜRRE I: Die anhaltende Trockenheit und Hitze lässt Schweizer Wälder mitten im Hochsommer welken und vorzeitig Laub verlieren. Besonders drastisch zeigt sich das im Solothurner Jura oberhalb von Laupersdorf. Hier haben laut «SonntagsBlick» Bodenkundler und Förster am vergangenen Mittwoch unter Leitung von Frank Krumm, Co-Leiter der Forschungsgruppe Wald- und Bodenökologie an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), einen rasanten Verfall dokumentiert. Grund ist die extreme Trockenheit, die den gesamten Jurabogen hart trifft. Laut Prognose ist auch keine schnelle Besserung in Sicht. Betroffen sind praktisch alle Standorte, auch schattigere Nordhänge sowie junge und eigentlich widerstandsfähige Bäume. Am stärksten trifft es die Buche, deren Absterbeprozess sich über bis zu fünf Jahre hinziehen könne. (SoB S. 8-9)
DÜRRE II: Die Trockenheit und hohen Temperaturen bedrohen die Ernten der Bauern in diesem Jahr. Lebensmittel könnten für Konsumenten und Konsumentinnen spürbar teurer werden, wie der «Blick» schreibt. «Die Auswirkungen der diesjährigen Hitze dürften sich in den kommenden Wochen in den Preisen niederschlagen» zitiert die Zeitung eine Coop-Sprecherin. Ein Engpass drohe bei Schweizer Kartoffeln, auch wenn erst im August oder September das Ausmass der Schäden ersichtlich werde. Bei einer schlechten Ernte würden Migros und Coop Kartoffeln im Ausland zukaufen. Der Chipshersteller Zweifel berichtet auch durch die Fussball WM von einer hohen Nachfrage. Es könnten daher mehr Kartoffeln importiert werden als die 10 Prozent des langjährigen Durchschnitts. (Blick Online am Sonntag)
FLUGVERKEHR: Das EU-Parlament hat am vergangenen Dienstag die Rechte von Flugpassagieren gestärkt. Die Schweiz dürfte die Regeln ab Herbst 2027 übernehmen, teilt das Bazl dem «SonntagsBlick» mit. Künftig müssen Flughäfen Notfallpläne bereithalten, wenn viele Reisende stranden. Ausserdem gibt es künftig eine Informationspflicht: Airlines müssen Passagiere innert vier Tagen über Ansprüche informieren und innert 30 Tagen antworten. Ablehnungen müssen begründet werden. Bei Annullierungen muss innerhalb von drei Stunden eine Alternative angeboten werden. Danach dürfen Passagiere selbst buchen und die Kosten zurückfordern - bis zu 400 Prozent des Ticketpreises. Airlines dürfen keine Sitzplatz-Zuschläge mehr verlangen, wenn Familien oder Begleitpersonen zusammensitzen wollen. Der bei der Buchung angezeigte Ticketpreis ist inklusive eines Handgepäckstücks. Auch die No-Show-Praxis wird verboten: Wer den Hinflug nicht nutzt, soll den Rückflug dennoch antreten können - ohne Zusatzkosten. Das Bazl rechnet gemäss der Zeitung 2026 mit mehr Beschwerden - auch wegen der Kriege im Nahen Osten. (SoB S. 12-13)
KONZERNVERANTWORTUNG: Die Compliance-Chefin des norwegischen Staatsfonds, Carine Smith, hat in einer Eingabe den Gegenvorschlag des Bundesrats für die Konzernverantwortungsinitiative kritisiert, wie der «Tagesanzeiger» am Samstag schreibt. «Als globaler Investor benötigen wir Nachhaltigkeitsinformationen von Schweizer Unternehmen, die mit denen ihrer internationalen Konkurrenten vergleichbar sind», zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. Schweizer Firmen sollten daher die gleichen Standards bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung erfüllen, wie europäische. Zudem sollen sich alle Firmen und nicht nur Grosskonzerne an die Sorgfaltspflichten halten. Insgesamt fordert der Fonds damit ein härteres Vorgehen vom Bundesrat und keinen Schweizer Alleingang, damit die Vergleichbarkeit etwa mit der EU gewährleistet bleibe. (TA Samstag S. 4)
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(AWP)
